23.10.2018 08:05
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Frankreich
F: Dürre macht Bauern zu schaffen
Die extremen Wetterbedingungen in diesem Jahr haben auch den Landwirten in Frankreich schwer zu schaffen gemacht. Das zeigt sich in den ersten Schadensprognosen der Ernteversicherer.

Wie die Vereinigung der genossenschaftlichen Agrarversicherungskassen (Groupama) kürzlich mitteilte, wurden den angeschlossenen Unternehmen
mehr als 16'000 Schadensmeldungen in Verbindung mit Trockenheit angezeigt. Das entspreche fast 300'000 ha oder 11 %der abgesicherten Fläche.

Betroffen sind nach Angaben von Groupama vor allem der Norden, der Osten und Teile Zentralfrankreichs. Die am stärksten geschädigten Kulturen seien Mais, Kartoffeln und Zuckerrüben; übermässige Niederschläge im Frühjahr hätten ein nur schlecht entwickeltes Wurzelsystem zur Folge gehabt, was die Auswirkungen der sommerlichen Dürre bei diesen Pflanzen noch verstärkt habe. Die gravierendsten Schäden sind der Vereinigung zufolge allerdings auf Hagel zurückzuführen. Die Schätzungen für 2018 gingen hier von Schäden zwischen 75 Mio Euro und 80 Mio Euro aus (85 bis 91 Mio. Fr.). Die Ausfälle durch Trockenheit würden hingegen „nur“ auf 35 Mio. Euro bis 40 Mio. Euro (40 bis 45 Mio. Fr.) veranschlagt. 

Pacifica, die Versicherung der Bank Crédit Agricole, führt nach eigenen Angaben ein Viertel der im Rahmen von Ernteversicherungen geltend gemachten Schäden auf die Dürre zurück. Bei den grossen Kulturen belaufe sich diese Summe auf 15 Mio. Euro bis 18 Mio. Euro (17 bis 20.5 Mio. Fr.). Mit erheblichen Ausfällen rechnet Pacifica auch beim Grünland. In dieser Sparte werde voraussichtlich die Hälfte der Versicherten Anspruch auf eine Zahlung haben. 

Die Trockenheit in Frankreich dauert unterdessen an. Laut dem Statistischen Dienst beim Pariser Landwirtschaftsministerium (Agreste) lagen die landesweiten Niederschläge im September 71% unter dem Normalwert. Besonders betroffen sei der Südosten des Landes, in dem nur 13% der sonst üblichen Regenmenge gefallen sei. Auch die Bodenfeuchte liege im ganzen Land unter den üblichen Werten. Die Durchschnittstemperatur betrug Agreste zufolge im vergangenen Monat 19,3 °C und lag damit 1,7 °C über dem langjährigen Mittel. Nach Angaben des staatlichenWetterdienstes Météo France waren die ersten neun Monate des laufenden Jahres die wärmsten seit 1900.

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