Freitag, 18. Juni 2021
03.08.2016 07:09
Frankreich

F: Hilfe für Ackerbauern

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Von: AgE

Angesichts der sich abzeichnenden schlechten Getreideernte will die französische Regierung Hilfsmassnahmen für die Ackerbauern auflegen. Das hat Landwirtschaftsminister Stéphane Le Foll am vergangene Woche im Anschluss an die Ministerratssitzung mitgeteilt.

Laut Angaben des Pariser Agrarressorts soll dieses Paket steuerliche Erleichterungen, die Verschiebung der Sozialabgaben sowie besondere Massnahmen zur beschleunigten Mehrwertsteuererstattung und Nachlässe bei der Grundsteuer beinhalten. Damit wolle die Regierung den „grossen Schwierigkeiten“ der Getreideanbauer begegnen, erläuterte Le Foll sein Vorgehen.

Ausserdem soll bei der Staatlichen Investitionsbank (BPI) ein „Garantiefonds“ eingerichtet werden, um Erleichterungen und Verschiebungen bei der Darlehenszurückzahlung zu ermöglichen. Darüber hinaus sollen sich die Landwirte zur Erfüllung der Auflagen für den Erhalt der Agrarbeihilfen auf „den Fall höherer Gewalt“ berufen können und so von einem Grossteil der Gelder profitieren, wenn sie aufgrund der Wetterextreme nicht die Vorgaben erfüllen können.

Regionen unterschiedlich betroffen

In welcher Höhe das Hilfspaket ausgestattet sein soll, wurde nicht geteilt. Le Foll kündigte an, dass es Ende September es eine genauere Evaluierung mit dem Berufsstand zum Ausmass der Qualitäts- und Ertragseinbussen geben werde. Auf dieser Basis solle dann Anfang Oktober das Massnahmenpaket vorgestellt werden. Zur Begründung der in Aussicht gestellten Massnahmen verwies das Agrarressort auf die nach unten tendierenden Getreidepreise, die Aussicht auf „eine globale Getreideernte von historisch hohem Niveau“, riesige Lagerbestände sowie die ungünstigen klimatischen Bedingungen in Frankreich in diesem Frühjahr, die zu „signifikant niedrigeren Erträgen“ geführt hätten, insbesondere bei Getreide.

Die Regionen sind laut Ministerium allerdings sehr unterschiedlich betroffen, am stärksten der Nordosten sowie die Île-de-France, Zentrum-Val-de-Loire und Burgund-Franche-Comté. Zudem hätten die Witterungsverhältnisse Krankheiten und Schädlinge begünstigt, die die Qualität des Getreides beeinträchtigten.

Hohe Ertragseinbussen

Derweil sprach der Dachverband der Pflanzenerzeuger (Orama) in einer Presseverlautbarung von einer „katastrophalen“ Getreideernte in Frankreich und forderte finanzielle Hilfen. Laut Orama-Präsident Philippe Pinta ist „die Situation von einem sehr ernsten Ausmass, das so noch nie erlebt worden ist“. Er bezifferte die Ertragseinbußen beim Weizen auf 20 dt pro Hektar gegenüber
2015. Auf manchen Betrieben seien die Erträge dreimal so niedrig wie gewöhnlich.

Orama forderte unter anderem zinsfreie Darlehen für die Ackerbauern, damit diese ihre Ausgaben für die kommende Herbstaussaat decken können. In seiner Juli-Schätzung hatte der Statistische Dienst vom Pariser Landwirtschaftsministerium (Agreste) starke Ertragsrückgänge beim Wintergetreide vorhergesagt, insbesondere bei Weizen und Gerste. Das Institut „Offre & Demande agricole“ (ODA) bezifferte am vergangenen Mittwoch die diesjährige Getreide- und Ölsaatenernte in Frankreich auf 63,5 Mio t, das wäre gegenüber dem Vorjahr ein Minus von 20%.

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