1.08.2018 18:00
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Frankreich
F: Landwirtschaftsland günstiger
Die Preise für nicht verpachtetes Acker- und Weideland in Frankreich sind 2017 erstmals seit mehr als 20 Jahren gesunken, aber nur leicht. Wie die französische Gesellschaft für Flurordnung und Landentwicklung (Safer) kürzlich berichtete, wurden 2017 durchschnittlich 5'990 Euro/ha (6'930 Fr.) für diese Flächen erlöst, das waren 0,8 % weniger als 2016.

Dabei gab es allerdings deutliche regionale Unterschiede hinsichtlich des Niveaus und der Entwicklung der Bodenpreise. So gingen diese in den nördlichen Regionen Île-de-France, Normandie und Hauts-de-France gegenüber 2016 im Mittel um 3% auf gut 8'000 Euro/ha (9'260 Fr.) zurück. 

In den Regionen Pays de la Loire und Bourgogne-Franche-Comte in Mittelfrankreich, wo die Preise für nicht verpachtete landwirtschaftliche Flächen deutlich niedriger liegen, stiegen diese, und zwar in Pays de la Loire um 1% auf 3'780 Euro/ha (4'370 Fr.) und in Bourgogne-Franche-Comte um 5% auf 3'030 Euro/ha (3'508 Fr.). Im Süden Frankreichs sanken die betreffenden Preise im Schnitt in der Region Nouvelle-Aquitaine um 4% auf 5'180 Euro/ha (6'000 Fr.) und in Okzitanien um 2% auf 6 990 Euro/ha (8'090 Fr.). Dagegen stiegen sie in der teuren Region Provence-Alpes-Côte d’Azur um 2% auf 11'900 Euro/ha (13'780 Fr.). 

Vor dem Hintergrund der Niedrigzinsen erscheint der sich im nationalen Mittel ergebende Preisrückgang für Acker- und Weideland zunächst widersprüchlich. Einen Grund für diesen Rückgang sieht Safer im starken Anstieg der gesamten Bodentransaktionen im Vergleich zu 2016 um 7,6 % auf 86'260 Besitzerwechsel. Die gehandelten Flächen hätten dabei um 5,9% auf 381'000 ha zugenommen. Hierbei seien nicht verpachtete Flächen weniger nachgefragt gewesen als die verpachteten, denn Erlöse aus festverzinslichen Anlagen am Bodenmarkt hätten deutlich niedriger gelegen als der Pachtzins.

Für das stärker begehrte Pachtland stiegen die Preise im nationalen Mittel denn auch um 3% auf 4'690 Euro/ha (5'430 Fr.). Einen weiteren Grund für den Rückgang der Preise für nicht verpachtetes Land sieht Safer im niedrigen landwirtschaftlichen Einkommensniveau.

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