21.03.2017 07:33
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Freihandel
«Fahne des freien Handels hochhalten»
Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel hat dem japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe Unterstützung beim Abschluss des Freihandelsabkommens mit der EU zugesagt. Ein Wegfall der Handelshemmnisse wäre ein grosser Wachstumstreiber für die deutsche Wirtschaft.

«Nicht nur die Dinge müssen sich im 21. Jahrhundert vernetzen, auch die Staaten müssen barrierefrei kooperieren», sagte Merkel am Montag nach einem Gespräch mit Abe am Rande der Computermesse Cebit in Hannover. Dazu gehöre das klare Bekenntnis zum freien Handel.

Abkommen in diesem Jahr abschliessen

Daher würden Deutschland und Japan auch grosse Kraft auf den Abschluss des EU-Japan-Freihandelsabkommens setzen. Die Verhandlungen über das Abkommen hätten die entscheidende Phase erreicht. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hatte am Wochenende angekündigt, man wolle das EPA genannte Abkommen noch in diesem Jahr abschliessen.

Der japanische Regierungschef sagte, freier Handel, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie seien Werte, die sein Land und Deutschland verbinden. Insbesondere im Hinblick auf protektionistische Tendenzen müssten beide Länder «die Fahne des freien Handels hochhalten», sagte Abe, ohne die Abschottungspläne von US-Präsident Donald Trump direkt zu erwähnen. Ein frühzeitiger Abschluss des EU-Japan-Freihandelsabkommens wäre daher eine gute Botschaft an die Welt.

Potential von 20 Milliarden Euro

Deutschland könnte einer Studie zufolge von dem Freihandelsabkommen zwischen der EU und Japan enorm profitieren. Das Bruttoinlandprodukt könnte jährlich um bis zu 20 Milliarden Euro oder 0,7 Prozent höher ausfallen. Voraussetzung dafür sei ein ambitioniertes Abkommen, bei dem auch alle Handelsbarrieren jenseits von Zöllen so weit reduziert würden wie im Schnitt aller bereits bestehenden Verträge, hiess es in einer am Montag veröffentlichten Untersuchung des Ifo-Instituts im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung.

Gelinge dies nicht, seien deutlich geringere Impulse von 3,4 Milliarden Euro oder gut 0,1 Prozent zu erwarten. Das gegenseitige Handelsvolumen belief sich 2016 auf etwa 125 Milliarden Euro. «Das Potenzial ist hierbei aber noch nicht ausgeschöpft, da auf beiden Seiten nach wie vor Handelshemmnisse bestehen», heisst es in der Studie.

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