3.02.2019 18:32
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Deutschland
"Fair-Play" im Zuckermarkt gefordert
„Fair Play“ auf dem Zuckermarkt hat die Wirtschaftliche Vereinigung Zucker (WVZ) gefordert. „Ein Jahr nach der Liberalisierung des Zuckermarktes stehen Landwirte und Zuckerfabriken in Deutschland mit dem Rücken zur Wand“, erklärte WVZ-Hauptgeschäftsführer Günter Tissen vergangene Woche in Berlin.

Die Krise sei politisch gemacht. Die europäische Politik habe nämlich die Liberalisierung des Zuckermarktes verordnet, liefere selbst aber nicht. Viele Länder verzerrten den Wettbewerb mit nationalen Alleingängen, etwa in den Bereichen Prämien und Pflanzenschutz. Und Brüssel schaue untätig zu.

Die Dummen seien die deutschen Landwirte, die hiesige Zuckerindustrie sowie die von ihr abhängigen Wirtschaftsbetriebe. „Wir brauchen jetzt den Schulterschluss mit der Bundespolitik für eine starke Reaktion gegen die Wettbewerbsverzerrungen“, unterstrich Tissen. Gemeinsam müsse man alles daran setzen, dass die politischen Fehlentscheidungen korrigiert würden und Landwirte wie Zuckerfabriken in Deutschland wieder eine Zukunft für die Rübe sähen.

Diese Forderung wollen der Dachverband Norddeutscher Zuckerrübenanbauer (DNZ) und die NordzuckerAG in der ersten Februarhälfte mit einer gemeinsamen Initiative unter dem Motto „Fair Play für die heimische Zuckerrübe“ untermauern. Geplant ist, dass Vertreter der Anbauverbände, der Zuckerindustrie und der Landwirtschaft bei fünf Ortsterminen „Flagge zeigen“ und Interessierten Rede und Antwort stehen.

Der DNZ-Vorsitzende Helmut Bleckwenn betonte, dass es nicht um eine Sonderbehandlung, sondern um „Fair Play“ für den heimischen Rübenanbau  in Deutschland gehe. Laut Nordzucker-Geschäftsführer Dr. Lars Gorissen ist die Wertschöpfungskette aus Rübenanbau und Zuckergewinnung durchaus wettbewerbsfähig. Die „politisch verursachten Wettbewerbsverzerrungen benachteiligen und schwächen uns allerdings sehr“.

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