22.05.2019 09:48
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Grossbritannien
Farmer-Einkommen deutlich gesunken
Einen kräftigen Rückgang ihrer Einkommen haben die Farmer im Vereinigten Königreich verkraften müssen. Nach der ersten Schätzung des Agrarministeriums (DEFRA) ist das Gesamteinkommen der Farmer (TIFF) 2018 gegenüber dem Vorjahr um 929 Mio. £ (1,2 Mrd. Fr.) oder 17 % auf rund 4,7 Mrd. £ (6,03 Mrd. Fr.) gesunken.

Bei seiner Prognose im Dezember war DEFRA noch von etwas besseren Zahlen ausgegangen. Damals war das TIFF für 2018 auf zumindest 4,9 Mrd. £ (6,3 Mrd. Fr.) veranschlagt worden.

Höhere Kosten

Der Wert der pflanzlichen Produktion stieg laut der DEFRA-Schätzung im Jahresvergleich um 1,7% auf 9,4 Mrd. £ (12,1 Mrd. Fr.). Im Dezember hatten die Fachleute hier gegenüber dem Vorjahr noch mit einem Rückgang um 6% gerechnet. Das Ministerium erläuterte hierzu, dass zwar die Anbaufläche nahezu unverändert geblieben sei. Allerdings seien die Erträge wegen des anhaltend trockenen und heissen Wetters zurückgegangen. Die Produktionsrückgänge hätten aber durch höhere Erzeugerpreise ausgeglichen werden können.

Allerdings sank entgegen der Gesamtentwicklung der Wert der britischen Kartoffelproduktion um 220 Mio. £ (282 Mio. Fr.) und der von Raps um 122 Mio £ (157 Mio. Fr.). Der Wert der tierischen Produktion nahm 2018 laut den DEFRA-Berechnungen im Vergleich zum Vorjahr um 2,7% auf 14,8 Mrd. £ (19 Mrd. Fr.) zu. Die Gesamtkosten der Vorleistungen erhöhten sich allerdings deutlich stärker, und zwar um 1,2 Mrd. £ (1,54 Mrd. Fr.) auf 17,1 Mrd £ (21,9 Mrd. Fr.).

Notwendigkeit klarer Massnahmen

Als Hauptgrund für den Einkommensrückgang nennt das DEFRA auch die höheren Kosten. So stiegen die Aufwendungen für Futtermittelkäufe um 509 Mio. £ (653 Mio. Fr.) und die für „Waren und Dienstleistungen“ um 358 Mio £ (460 Mio. Fr.). Für Düngemittel gaben die Farmer 116 Mio. £ (149 Mio. Fr.) mehr aus, während die Energie- und Arbeitskosten um jeweils 110 Mio. £ (141 Mio. Fr.) zulegten. Die Bruttowertschöpfung zum Grundpreis, aus der der Beitrag der Landwirtschaft zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) hervorgeht, ging dem DEFRA zufolge um 6% auf 9,6 Mrd. £ (12,3 Mrd. Fr.) zurück.

Damit trug die Landwirtschaft im vergangenen Jahr 0,51% zur britischen Volkswirtschaft bei. Der Bauernverband (NFU) wertete die Zahlen zum Agrareinkommen als Beleg für die Notwendigkeit klarer Massnahmen, mit denen „Landwirte die Volatilität steuern“ könnten. Für Verbandspräsidentin Minette Batters sind sie „eine deutliche Erinnerung an die Auswirkungen, die das Wetter im letzten Jahr auf die britische Landwirtschaft hatte“.

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