4.10.2015 06:17
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Spanien
Finanzhilfen für Milchviehhalter
Spanien wird den notleidenden Milchviehhaltern im Land, wie bereits Ende August angekündigt, nun finanziell unter die Arme greifen. Ein entsprechendes Maßnahmenpaket über 20 Mio Euro wurde am vorletzten Freitag von der Regierung in Madrid verabschiedet.

Nach Angaben von Landwirtschaftsministerin Isabel  García Tejerina sollen Erzeuger, die am stärksten von Milchpreisverfall betroffen und deren Produktionskosten nicht mehr gedeckt sind, eine einmalige Zahlung von 300 Euro pro Kuh erhalten. Der Maximalbetrag ist auf 10'000 Euro je Betrieb begrenzt. Die Regierung schätzt, dass etwa 1700 Milchviehhalter diese Direktbeihilfe erhalten werden.

Eine zweite Gruppe von rund 3900 Erzeugern, die gerade noch die Produktionskosten erwirtschaften, aber die Kredite für Investitionen nicht mehr zurückzahlen können, soll in den Genuss einer Prämie von 110 Euro je Kuh kommen. Der Beginn der Auszahlung der Liquiditätshilfen ist für November geplant. Zusätzlich zu diesen Nothilfen können die spanischen Milcherzeuger der Ministerin zufolge noch mit der von der EU-Kommission zugesagten Unterstützung von 25,5 Mio Euro rechnen. Laut Daten des Agrarressorts in Madrid gab es zuletzt gut 21'000 Milchviehbetriebe mit insgesamt 867 900 Kühen im Land. Der spanischen Presse zufolge liegt die Schwelle für den Erhalt der 300-Euro-Prämie bei einem Milchpreis von weniger als 25 Cent/kg. Liegt der Erlös zwischen 25 Cent/kg und weniger als 28 Cent/kg, kann die Hilfe von 110 Euro in Anspruch genommen werden.

Da die Milcherzeugerpreise zwischen den Regionen in Spanien stärker differieren, dürfte die räumliche Verteilung der finanziellen Unterstützung sehr ungleich ausfallen. Nach Angaben des Präsidenten der Genossenschaftsmolkerei Central Lechera Asturiana, Bertino  Velasco, werden beispielsweise in Asturien mehr als 60 % der Erzeuger wegen Auszahlungspreisen von mehr als 30 Cent/kg keine Hilfen erhalten, während in Galicien mit niedrigeren Erzeugererlösen sehr viel mehr Landwirte die Prämie ausgezahlt bekommen dürften.

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