4.06.2017 11:12
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Fitschotter
Fischotter breitet sich aus
Der Fischotter hat sich in Deutschland langsam wieder ausgebreitet, nachdem er im 20. Jahrhundert nahezu ausgerottet war.

Nach aktuellen Monitoringdaten, die der Deutsche Jagdverband (DJV) anlässlich des Welt-Otter-Tags am vergangenen Mittwoch vorlegte, ist der Wassermarder vor allem im Nordosten Deutschlands wieder zu beobachten. Laut DJV hatten im Jahr 2015 in Mecklenburg-Vorpommern 34 % der dort befragten Jagdgebiete ein Vorkommen gemeldet; das waren 5 Prozentpunkte mehr als 2006. Gleichzeitig sei der betreffende Anteil in Brandenburg um 7 Prozentpunkte auf 29 % gestiegen. Für Sachsen sei dagegen ein Minus von 9 Prozentpunkten auf 7 % verzeichnet worden, wobei die Zahl der beteiligten Jagdgebiete allerdings deutlich zurückgegangen sei. Genauso hoch wie in Sachsen war nach Angaben des Jagdverbandes der Prozentsatz in Sachsen-Anhalt. In Niedersachsen sei ein Zuwachs um 6 Prozentpunkte auf 8 % registriert worden.

Auch in fast allen anderen Bundesländern breite sich der Fischotter wieder langsam aus. Der Verband führt die positive Bestandsentwicklung auf Renaturierungsmaßnahmen und Nutzungsbeschränkungen im Bereich vieler Gewässer zurück. Wie der DJV mit Blick auf den Naturschutz ausführte, können Fischotter große Strecken auf dem Landweg überwinden und so auch abgelegene Gewässer besiedeln. Eine große Bedrohung stellten dabei Verkehrswege dar, denn 80 % der tot aufgefundenen Fischotter seien auf Straßen oder Bahnschienen gestorben. Damit sich die bedrohte Tierart auch weiterhin in Deutschland ausbreiten könne, seien entlang der bekannten Wanderrouten ottergerechte Querungshilfen notwendig. Dafür biete das Bundesprogramm Wiedervernetzung die planerische Grundlage.

Für die Umsetzung sei allerdings dringend Geld notwendig. Nach Ansicht der Jäger sollten ab sofort mindestens 1 % der Investitionen in Bundesfernstraßen für Maßnahmen zur Wiedervernetzung von Lebensräumen an bestehenden Bundesautobahnen und Bundesfernstraßen verwendet werden. Bis zum Jahr 2027 sollten so die 93 wichtigsten Wiedervernetzungsabschnitte aus dem Bundesprogramm abgearbeitet sein, bekräftigte der Verband seine Forderung vom März 2017.

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