9.05.2015 12:58
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Klima
Fjorde sind "Kohlenstoffschlucker"
Fjorde nehmen einer neuen Studie zufolge enorme Mengen von Kohlenstoff auf. Dieser gelangt somit nicht in Form des Klimagases CO2 in die Atmosphäre. Damit spielen Fjorde trotz ihrer geringen Grösse eine gewichtige Rolle bei der langfristigen Einlagerung von Kohlenstoff.

Fjorde machen lediglich 0,1 Prozent der weltweiten Meeresoberfläche aus. Doch nun zeigen Berechnungen sämtlicher Fjordlandschaften der Welt, dass sie pro Jahr 11 Prozent des gesamten, von Meeren aufgenommenen Kohlenstoffs «schlucken». Dies berichten US-Wissenschaftler im Fachjournal «Nature Geoscience».

Fjorde sind steile, sehr tiefe Meeresarme, die in hohen Breitengraden von schmelzenden Gletschern geformt wurden. Da sie zudem tiefer sind als die umliegenden Meere, sind sie eine effiziente Lagerstätte für Sedimente und organisches Material vom Land, heisst es in einer Mitteilung zur Studie. Die rasche Anhäufung der Sedimente verhindert, dass der Kohlenstoff von Mikroorganismen abgebaut wird und in die Atmosphäre entweicht.

Richard Smith von der geologischen Beratungsfirma Global Aquatic Research und seine Kollegen haben Daten dazu zusammengetragen, wie viele Sedimente in die Fjorde weltweit gelangen, und welche Kohlenstoffmengen sie enthalten. Sie stellten fest, dass sich Sedimente in Fjorden fünfmal schneller ansammeln als in anderen Meeressystemen. «Dies macht Fjorde zu den ozeanischen 'Hotspots' der Kohlenstoff-Einlagerung», schreibt Richard Keil von der Universität Washington in einem Begleitkommentar.

 

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