12.09.2013 09:14
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
EU
Forderung: Milchproduktion in Berggebieten erhalten
Der Südtiroler Europaabgeordnete Herbert Dorfmann setzt sich weiter für Milchbauern in den Bergen und anderen Gebieten mit schwieriger Bewirtschaftungslage ein. Vergangene Woche präsentierte er dem Landwirtschaftsausschuss des Hohen Hauses einen Entschliessungsentwurf zur Aufrechterhaltung der Milchproduktion in benachteiligten Gebieten nach dem Auslaufen der Garantiemengenregelung 2015.

Darin plädiert er unter anderem für eine zügige Umstellung der historischen Betriebsprämien auf das Regionalmodell in jenen Ländern, wo dies noch nicht geschehen ist. Dorfmann hatte bereits im Vorfeld der EU-Agrarreform die teilweise extremen Unterschiede der Hektarbeihilfen zwischen Gunstlagen und Berggebieten kritisiert, beispielsweise zwischen der italienischen Poebene und den Südtiroler Alpen.

Gekoppelte Prämien

Er erinnert daran, dass es auf Dauergrünland und Weiden oft keine andere Nutzungsmöglichkeit als die Haltung von Rindern, Schafen und Ziegen gebe. Diese Flächen müssten deshalb bei der Berechnung der Direktzahlungen als gleichwertig zu anderen Flächen behandelt werden. Dorfmann schlägt in diesem Zusammenhang für benachteiligte Gebiete auch eine an Raufutterfresser gekoppelte Prämie im Rahmen der Ersten Säule vor.

Ferner sollen im Rahmen der ländlichen Entwicklung besondere Fördermöglichkeiten für die Milchproduktion ausserhalb von Gunstlagen geschaffen werden, auch zur Stärkung der Kooperation zwischen Produzenten. Der Italiener unterstreicht die Bedeutung bereits bestehender Instrumente wie Ausgleichszulage, Agrarumweltprämien oder Investitionsbeihilfen.

Milcherfassung erleichtern

Darüber hinaus weist Dorfmann auf die höheren Kosten der Milcherfassung in Berggebieten und Randlagen hin. Deshalb sollen die Mitgliedstaaten und Regionen den Verarbeitern Staatsbeihilfen gewähren, um diese Mehrkosten gegenüber jenen in Gunstlagen auszugleichen. Die Verarbeitung und Vermarktung ab Hof wiederum ermögliche Klein- und Kleinstbetrieben auf den Almen eine höhere Wertschöpfung und diene gleichzeitig dem Tourismus.

Neben der Förderung solcher Aktionen über die Zweite Säule muss nach Ansicht Dorfmanns darauf geachtet werden, dass diese Höfe nicht mit Bürokratie, Hygieneauflagen und Etikettierungspflichten überfrachtet werden. Ausserdem sollen Produzentenorganisationen nach dem Vorbild im Gartenbau die Möglichkeit erhalten, aus dem EU-Haushalt mitfinanzierte Programme durchzuführen, beispielsweise zur Qualitätsverbesserung oder zur Vermarktung, gerade auch mit Blick auf die neu geschaffene EU-Bezeichnung „Produkt vom Berg“.

Im EU-Schulmilchprogramm soll die Möglichkeit eröffnet werden, ausdrücklich auf ausgewiesene Produkte aus Berggebieten zurückzugreifen. Dorfmanns Entwurf gelangt nach der Ausschussabstimmung voraussichtlich im November ins Plenum.

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