Freitag, 18. Juni 2021
31.03.2014 18:16
Frankreich

Frankreich: Milchbauern optimistisch

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Von: AgE

Die französischen Milchproduzenten blicken optimistisch auf das im Frühjahr 2015 anstehende Ende der Quoten und der Mengenregulierung in der EU. Anlass für das gute Klima sind die aktuell erzielbaren Milchpreise und die interessanten Perspektiven für die Landwirte auf den Weltmärkten.

Allerdings gibt es noch Probleme, etwa die schlechten Handelsbeziehungen zwischen Produzenten, Handel und Industrie, die behoben werden müssen. Das ist auf dem diesjährigen Kongress des Milcherzeugerverbandes (FNPL) in Pontarlier deutlich geworden. Demnach sind die Milchbauern bereit für die Deregulierung in der europäischen Milchbranche. Sie rechnen zudem damit, dass sie von der neuen Situation profitieren werden.

„Europa ist der neue Eroberer der Auslandsmärkte“

„Ja, Frankreich wird die Milchquoten hinter sich lassen und eine neue Dynamik entfalten“, erklärte FNPL-Präsident Thierry Roquefeuil. Seinen Worten zufolge sehen „unsere europäischen Kollegen das Ende der Quoten als Befreiung“. Er erklärte, dass dies auch die Franzosen täten. Die Milchabauern erkennten die Perspektiven, die ein expandierender Weltmarkt biete. Nach Einschätzung von Roquefeuil ist Frankreich gut aufgestellt, um daran teilzunehmen. „Die Branche bereitet sich vor. Wir haben genug Vertrauen in die Kapazität Frankreichs, dem Quotenende die Stirn zu bieten und sogar von ihm zu profitieren“, unterstrich der FNPL-Präsident.

Für Benoit Rouyer von der Wirtschaftsdirektion des interprofessionellen Zentrums der Milchwirtschaft (Cniel) ist China ein dauerhafter Absatzmarkt, weil der Milchpreis im „Reich der Mitte“ sehr hoch sei. „Europa ist der neue Eroberer der Auslandsmärkte“, sagte Rouyer. Er gab in dem Zusammenhang auch zu bedenken, dass sich in Neuseeland, dem Hauptkonkurrenten Europas, die Produktionskosten in den vergangenen zwölf Jahren verdreifacht hätten. Beim Milchpulver sei Frankreich heute mit Ozeanien durchaus konkurrenzfähig.

Auch kritische Stimmen

Bei all diesen positiven Tönen gab es auf dem FNPL-Kongress allerdings auch kritische Stimmen. So wurde beispielsweise von einigen Seiten mehr Realismus angemahnt. Der Binnenmarkt bleibe massgeblich und die Milchbauern seien von ihrem Milchabnehmer und dem Preis abhängig, der ihnen gezahlt werde, hiess es. FNPL-Vizepräsident Pascal Clément etwa wies darauf hin, dass im Westen Frankreichs zahlreiche Produktionsanlagen nicht ausgelastet seien.

Darüber hinaus standen auf dem Kongress die Themen Milchpreise und Handelsbeziehungen im Fokus. Der FNPL schlug in Anlehnung an die Wortwahl von Frankreichs Staatspräsident François Hollande zur Ankurbelung der heimischen Wirtschaft einen „Pakt der Verantwortung“ für die Milchbranche vor. Ziel ist es, die zuletzt problematischen Beziehungen zwischen Milchbauernn auf der einen und Industrie sowie Handel auf der anderen Seite zu entspannen. Roquefeuil hofft, dass bis zum Herbst – auch im Hinblick auf das Quotenende – ein Ergebnis der Verhandlungen vorliegt.

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