27.12.2014 09:29
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Milchkontingentierung
Frankreich schürt Milchdebatte
Frankreich hat mit Unterstützung der italienischen EU-Ratspräsidentschaft beim jüngsten Treffen der Agrarminister erneut eine Milchmarktdiskussion erwirkt. Der französische Landwirtschaftsminister Stéphane Le Foll drängte vergangene Woche gegenüber seinen Amtskollegen auf eine Ausweitung des Kriseninstrumentariums für die Zeit nach dem Ende der Quotenregelung.

Er wirbt unter anderem bei Deutschland, Spanien und Polen für die Unterstützung eines gemeinsamen Positionspapiers, in dem die Stärkung der Marktbeobachtungsstelle gefordert wird. Darin wird zunächst eine bessere Datenbasis verlangt, auch mit Blick auf den Weltmarkt. Darüber hinaus ist auch davon die Rede, dass Erzeugern die Möglichkeit gegeben wird, gemeinsam Vorkehrungen gegen Krisen zu treffen. Die Kommission soll die Voraussetzungen schaffen, dass Marktteilnehmer zur Vermeidung von Krisen Verantwortung übernehmen.

Frankreich ruft auch dazu auf, die Auswirkungen auf den Rindfleischmarkt im Blick zu behalten, wenn im Zuge schwacher Milchpreise vermehrt Kühe geschlachtet werden. Bundeslandwirtschaftsminister Christian  S c h m i d t  sprach sich gegen eine übermäßige Regulierung aus. Er betonte: „Auch in der derzeitigen Marktsituation unterstütze ich den Kurs der Marktausrichtung. Eine ‚Rolle rückwärts’ in der Milchmarktpolitik kann es nicht geben, auch keine neuen staatlichen Mengenregelungen. Wir müssen uns um den Absatz und Export kümmern. Für den Fall einer wirklichen Krise müssen wir auch Mittel zur Verfügung haben, um den Markt zu stützen. Das Sicherheitsnetz funktioniert.“ Im Laufe der Diskussion sprachen sich verschiedene Delegationen, darunter Irland und die Niederlande, dafür aus, die Aktualität der Daten in der Marktbeobachtungsstelle zu erhöhen.

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