25.09.2013 08:00
Quelle: schweizerbauer.ch - sda/dpa/reuters
Handel
Freihandel: EU und Japan peilen raschen Abschluss an
Japan und die EU wollen die Verhandlungen über eine weitreichende Freihandelszone beschleunigen. «Wir sind uns einig, dass wir so rasch wie möglich eine Einigung wollen», sagte der japanische Handelsminister Toshimitsu Motegi am Dienstag in Brüssel nach einem Treffen mit EU-Handelskommissar Karel De Gucht.

De Gucht sagte, die EU wolle ein ehrgeiziges Abkommen. Dies sei auch «machbar, wenn auf beiden Seiten der politische Wille  vorhanden ist». 

«Wir unterstützen uns wirtschaftlich also gegenseitig» 

Die dritte Verhandlungsrunde seit Beginn der Freihandelsgespräche vom März soll im Oktober stattfinden. De Gucht sagte, er erhoffe sich vom EU-Japan-Gipfel im November einen zusätzlichen «politischen Anstoss». «Wir brauchen eine Reihe von Durchbrüchen auf beiden Seiten», sagte der Kommissar.  

Es gehe vor allem darum, die bürokratischen Hindernisse für einen Zugang zu den Märkten abzubauen. Mutegi verwies darauf, dass japanische Firmen in Europa 470'000 Menschen beschäftigen und in Japan rund 270'000 Menschen bei Firmen aus der EU arbeiten: «Wir unterstützen uns wirtschaftlich also gegenseitig.»  

Wohlstandsniveau steigt 

Die EU verhandelt derzeit auch mit den USA über die Schaffung einer transatlantische Freihandelszone. Diese könnte einer Studie zufolge das Wohlstandsniveau in den USA und in der EU steigern und für Hunderttausende neue Stellen sorgen.  

Eine Vereinbarung, über die aktuell verhandelt wird, könnte in den Vereinigten Staaten über 740'000 neue Jobs schaffen, heisst es in einer am Dienstag vorgestellten Studie im Auftrag der Bertelsmann Stiftung, des Atlantischen Rates - einer Denkfabrik - und der britischen Botschaft in Washington.  

Ehrgeiziges Szenario

Die USA und die EU stehen gemäss dem Bericht für rund 45 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung und für über ein Drittel des globalen Handels. Sollten sich die beiden Regionen in den Verhandlungen, die vor wenigen Wochen begannen, auf gemeinsame Regeln einigen, so rechnen die Autoren damit, dass der Rest der Welt diesem Beispiel folgen wird. 

Der Studie ist allerdings ein ehrgeiziges Szenario zugrunde gelegt. Es geht vom Abbau aller transatlantischen Handelszölle, einer Kostenminderung bei anderen Handelsschranken um 25 Prozent und einer Reduzierung der Hürden bei öffentlichen Beschaffungen um 50 Prozent aus.

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