17.11.2017 16:02
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
EU
Freihandelsabkommen verhindern
Ein härteres Vorgehen der Europäischen Union gegenüber Brasilien wegen einer sträflichen Umwelt- und Naturschutzpolitik hat der agrarpolitische Sprecher der Grünen im Europaparlament, Martin Häusling, angemahnt.

Nach Ansicht des Europaabgeordneten muss Brüssel die fortschreitende Zerstörung der Artenvielfalt in Brasilien durch die Umwandlung von bislang weitgehend extensiv genutzten Gebieten in intensiv bewirtschaftete Agrarflächen in die Schranken weisen.

Eintönige Plantagen entstehen


Wie Häusling im Anschluss an seine Reise in das sogenannte Cerrado-Gebiet in Brasilien beklagte, entstehen dort - von der Weltöffentlichkeit weitgehend unbemerkt - eintönige Soja- und Maisareale sowie Eukalyptus- und Zuckerrohrplantagen.

Dadurch werde das Treibhausgas Kohlendioxid „in katastrophalem Ausmass freigesetzt“. Bedroht sei zudem die landesweite Wasserversorgung. Auch der Trockenwald im Norden Brasiliens werde rigoros geopfert, um Tierfutter, Sprit und Heizpellets nach Europa zu liefern, monierte der Grünen-Politiker.

Menschen werden vertrieben


Ausserdem würden die in der Region lebenden Menschen vertrieben und damit die Menschenrechte grob verletzt. Dieses Vorgehen führe zu einer Agraroligarchie der Grossgrundbesitzer und Grossinvestoren, so Häusling.

„Mit Regierungen, die eine Politik gegen Kleinbauern und gegen die Artenvielfalt forcieren, dürfen wir kein Mercosur-Freihandelsabkommen abschliessen“, forderte der Europaabgeordnete.

Sojaanbau um 63 Prozent ausgeweitet

Nach seinen Angaben sollen in Brasilien bis zum Jahr 2022 rund 70 Mio ha des Cerrado-Landes in Ackerland umgewandelt werden. Der Cerrado sei jedoch einer der weltweit grössten CO2-Speicher und gelte als eines der artenreichsten Ökosysteme.

Den Zahlen des amerikanischen Landwirtschaftsministerium (USDA) zufolge wurde der Sojabohnenanbau in Brasilien in den vergangen zehn Jahren um 13,4 Mio ha oder 63 % auf 34,7 Mio ha ausgeweitet. Gleichzeitig wurde das Maisareal um 3 Mio ha oder 20 % auf 17,7 Mio ha ausgedehnt. 

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