19.09.2014 12:18
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE/blu
Getreidemarkt
Getreide: Anhaltende Preisschwäche erwartet
Zumindest bis zum Ende des laufenden Kalenderjahres ist an den internationalen Getreidemärkten noch mit einer anhaltenden Preisschwäche zu rechnen. Das prognostiziert die Rabobank in ihrem aktuellen Marktbericht.

Als Begründung verweisen die Utrechter Experten vor allem auf die sich abzeichnende globale Rekordernte von Weizen sowie auf die erwarteten Spitzenergebnisse für Mais und Sojabohnen in den USA. Allerdings soll die Aufstockung der dortigen Lagerbestände das Ausmass der Preisschwankungen dämpfen. Im ersten Halbjahr 2015 wird dann mit einer leichten Erholung der Getreidepreise gerechnet.

Preisverhältnis von Weizen und Mais im Blick

Wie die niederländische Bank mit Blick auf den globalen Weizenmarkt ausführt, ist im laufenden Kalenderjahr mit einer zunehmend komfortablen Versorgungslage zu rechnen. Die Chancen auf eine Preiserholung schätzen die Experten deshalb als gering ein. Sie verweisen darauf, dass Weizen an der Warenterminbörse in Chicago jetzt schon etwa anderthalbmal so viel koste wie Mais. Dieses Preisverhältnis sei aus statistischer Sicht recht hoch und lasse wenig Spielraum nach oben.

Für Unterstützung sorgen nach Ansicht der Utrechter Fachleute allerdings die Spekulationen über die Verfügbarkeit von proteinreicherem Weizen. Das betrifft vor allem Ware aus Frankreich, das unter den EU-Weizenexporteuren den ersten Platz einnimmt. Während die Analysten das gesamte EU-Weizenaufkommen 2014 um 3 Prozent höher als das Vorjahresergebnis veranschlagen, soll die Erntemenge von Mahlweizen um 12 Prozent niedriger ausgefallen sein.

Grössere Preissprünge könnte den Fachleuten zufolge nur ein deutlicher Rückgang der ukrainischen Weizenexporte auslösen. Bislang wurden die Ausfuhren des Landes aber von den dortigen Konflikten nicht beeinträchtigt. Vielmehr trug laut Rabobank das ukrainische Angebot zum Preisdruck auf dem Weltmarkt bei.

Weizen: Minus 14 Prozent

Für das laufende Kalenderjahr prognostiziert das Finanzinstitut bezogen auf die Terminnotierungen in Chicago im Einzelnen einen mittleren Weizenpreis von 5,87 US-Dollar/Bushel (201 Fr./t). Das würde gegenüber 2013 ein Minus von 14,2 Prozent bedeuten. Ein amerikanisches Bushel ist ein Raummass und misst genau 35,2391 Liter.

Den Durchschnittspreis für das vierte Quartal 2014 sieht das Finanzinstitut aktuell bei 5,40 USD/bu (184 Fr./t). Allerdings wurde dieses Niveau an der Börse bereits Anfang September unterschritten. Am Dienstag vergangener Woche gegen 8:25 Uhr Ortszeit wurde der Future mit Fälligkeit im Dezember für 5,29 USD/bu (181 Fr./t) gehandelt.

Spekulationen beim Mais

Mit Blick auf den Mais erwarten die Analysten einen mittleren Preis für 2014 von 4,13 USD/bu (152 Fr./t), der demnach um 28,4 % unter dem Vorjahreswert liegen würde. Dabei sei von einer Notierung von etwa 3,50 USD/bu (128 Fr./t) im Schnitt des vierten Quartals auszugehen. Auch diese Marke wurde aber bereits nach unten durchbrochen: Für den Maiskontrakt mit Fälligkeit im Dezember 2014 wies die Chicagoer Terminbörse vergangene Woche 3,44 USD/bu (126 Fr./t) aus. Das war der niedrigste Stand seit Ende Juni 2010.

Für Preisdruck hatte hier vor allem die Spekulation gesorgt, dass das amerikanische Landwirtschaftsministerium (USDA) seine Prognose für die Maisernte im eigenen Land nach oben korrigiert.

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