28.06.2015 06:50
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Bulgarien
Gros der bulgarische Milcherzeuger nicht fit für die EU
Die Milchproduzenten in Bulgarien haben offenbar große Probleme mit den EU-Hygienevorschriften. Diese schreiben bereits seit 2004 Grenzwerte zur bakteriologischen Beschaffenheit, den Milchinhaltsstoffen und den Hemmstoffen vor.

Bulgarien wurden jedoch nach dem EU-Beitritt Übergangsfristen für die Modernisierung der Milchwirtschaft eingeräumt, die Ende dieses Jahres auslaufen. Presseberichten zufolge könnten Anfang 2016 etwa 33 000 auf die Milchproduktion spezialisierte Betriebe nur noch für den Eigenverbrauch oder den Privatabsatz produzieren, weil ihre Milch nicht den EU-Hygieneanforderungen entspricht und die Molkereien diesen Rohstoff dann nicht mehr abnehmen dürfen.

Es bleibe zwar noch ein halbes Jahr Zeit, die Betriebe auf die erforderlichen Standards umzustellen, doch könnten die Betriebsleiter nicht mit einer weiteren Fristverlängerung der EU-Behörden rechnen, warnte Bulgariens Landwirtschaftsministerin Denislava Taneva. Ein Sprecher der Brüsseler Kommission bestätigte in der vergangenen Woche gegenüber AGRA-EUROPE, dass nach gegenwärtigem Stand keine Verlängerung der Ausnahmeregelung geplant sei. Nach Angaben des bulgarischen Agrarressorts erfüllen bisher von den landesweit 37 000 bis 38 000 Milchviehhaltern lediglich rund 3 650 Betriebe mit insgesamt 150 000 Kühen die EU-Hygieneverordnung. Weitere 350 Höfe mit zusammen 8 350 Tieren dürften „in Kürze“ den Auflagen genügen.

Das Gros von etwa 33 000 Betrieben mit 172 500 Kühen ist laut Landwirtschaftsministerium jedoch noch „weit entfernt“ von den EU-Standards, auch wenn unter diesen zwischen 500 und 600 Erzeuger die Brüsseler Vorgaben zumindest teilweise erfüllen. Über die Ursachen für die fehlende technische Ausrüstung in den betroffenen Betrieben gibt es unterschiedliche Begründungen: Neben der Gleichgültigkeit und dem Festhalten an Traditionen dürften das Fehlen von Finanzmitteln und das technische Unverständnis für die Umrüstung auf eine moderne Milchgewinnung und Vermarktung wichtige Faktoren sein. Zudem fehlen häufig auch leistungsfähige Absatzorganisationen für die Milch.

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