30.06.2017 09:53
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Klima
Hitze-Dürre wird häufiger
Extreme Wetterereignisse werden mit dem Klimawandel häufiger. Besonders schwerwiegend sind ihre Folgen, wenn sie zusammen auftreten, beispielsweise Hitzewellen und Dürren. Forschende der ETH Zürich haben die Häufigkeit solch gekoppelter Ereignisse neu berechnet und stellen fest: Das Risiko wurde bisher unterschätzt.

Nicht umsonst sprach man 2003 von einem Jahrhundertsommer. Hitzewellen wie die damalige sollten eigentlich nur alle 100 Jahre auftreten. Mit dem Klimawandel werden sie jedoch häufiger. Wie häufig, das haben Forschende bisher für jedes Extremereignis wie Starkniederschläge, Hitzewellen und Dürre einzeln berechnet. Manche dieser Ereignisse treten jedoch oft zusammen auf - was man bei der Berechnung berücksichtigen muss, wie die ETH-Forschenden Jakob Zscheischler und Sonia Seneviratne zeigen.

Sie haben die Wahrscheinlichkeit für das gekoppelte Auftreten dieser Ereignisse neu berechnet, wie die Hochschule am Freitag mitteilte. Ihr Ergebnis: In Kombination treten Hitze und Dürre je nach Region zwei- bis viermal häufiger auf als wenn man sie unabhängig voneinander betrachtet. Ihre Korrelation nimmt ausserdem mit dem Klimawandel zu, sie treten also noch häufiger gleichzeitig auf. Das berichten die Klimawissenschaftler im Fachblatt «Science Advances».

Das Risiko liege gemäss den neuen Berechnungen deutlich höher als man bisher angenommen habe, sagte Seneviratne gemäss der Mitteilung. «Darauf sind wir nicht gut vorbereitet.» Für die heutige Welt sei es wichtiger denn je, Risiken richtig einzuschätzen.

Das Jahr 2010 sei ein gutes Beispiel wie weitreichende Folgen solche Extremereignisse haben können, schrieb die ETH: Gleichzeitige Dürre und Hitze machten im Sommer 2010 Russland zu schaffen. Weil dadurch die Weizenerträge sanken, stellte Russland die Lieferungen an Ägypten ein, um den eigenen Bedarf zu decken. In der Folge stiegen die Weizenpreise in Ägypten um ein Vielfaches, was einen Teil der Bevölkerung hart traf und zur politischen Instabilität beitrug.

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