28.05.2013 10:32
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Deutschland
Höhere Wettbewerbsfähigkeit durch Verlängerung der Zuckerquote
Eine befristete Beibehaltung der Zuckerquote würde nach Ansicht der deutschen Regierung zu keinen wesentlichen Veränderungen im Produktions- und Preisgefüge auf allen Ebenen der Wertschöpfungskette führen.

Wie die Regierung in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der SPD-Bundestagsfraktion ausführt, erhielte die europäische Zuckerwirtschaft bei einer letztmaligen Verlängerung der Quotenregelung bis 30. September 2017 Zeit, ihre Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern. Diese sei trotz Fortschritten seit der Reform von 2006 bislang nicht gegeben.

Ende der Zuckerquoten hat geringen Einfluss auf Weltmarktpreis

Nach wie vor habe die europäische Zuckerwirtschaft Kosten- und Wettbewerbsnachteile gegenüber den Weltmarktführern Brasilien und Thailand, und zwar nicht zuletzt aufgrund der in der EU höheren Umwelt- und Sozialstandards, stellt die Regierung in ihrer Antwort fest. Dabei sei Deutschland im Vergleich zu anderen EU-Staaten allerdings gut aufgestellt.

Als Nettoexporteur beliefere Deutschland andere EU-Staaten. Wichtigster Handelspartner sei Italien. Konkurrenten auf dem EU-Zuckermarkt seien Frankreich und Polen. Ein Auslaufen der Zuckermarktordnung wird nach Einschätzung der Bundesregierung aller Voraussicht nach nur einen geringen Einfluss auf den Weltmarktpreis für Zucker haben.

Ausweitung der Isoglukoseproduktion möglich

Die Entwicklung des Weltmarktpreises bestimme massgeblich die Situation der Rüben- und Zuckerproduktion in Deutschland. Diese würde der Regierung zufolge bei dauerhaft niedrigen Weltmarktpreisen zurückgehen und zu einer Ausweitung des Mais- und Rapsanbaus führen. Demgegenüber rechnet die Regierung bei hohen Weltmarktpreisen mit einer Ausdehnung der hiesigen Zuckerproduktion und positiven Effekten auf die landwirtschaftlichen Einkommen.

Als einen wesentlichen Faktor auf der Nachfrageseite betrachtet die Regierung eine mögliche Substitution von Zucker durch Isoglukose bei Freigabe der Isoglukoseproduktion. Derzeit liege der Anteil des getreidebasierten Zuckers in der europäischen Lebensmittelindustrie bei 4% und damit weit unter dem Niveau anderer Staaten. Die Regierung hält eine Ausweitung der Isoglukoseproduktion für möglich, räumt aber ein, dass deren Wettbewerbskraft schwer abschätzbar sei.

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