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Quelle: schweizerbauer.ch - aiz
Österreich
Höherer Anteil für Bauern gefordert
Der Oberösterreichische Bauernbund fordert, dass der Wertschöpfungsanteil für Bäuerinnen und Bauern erhöht wird.

"Die Bauern stehen mit ihren erstklassigen Qualitätslebensmitteln am Beginn der Wertschöpfungskette, in der die Gewinnaufteilung allerdings sehr unterschiedlich ist, denn das grösste Stück des 'gemeinsamen Kuchens' landet bei den Lebensmittelketten. Die Bäuerinnen und Bauern leiden unter dem Druck des Handels", gibt der Oberösterreichische Bauernbund-Landesobmann Max Hiegelsberger zu bedenken.

Gewinn nur bei Handel

Das Beispiel eines Eierproduzenten zeige es deutlich: Er verkauft um 12 Cent (13 Rp.) an den Grosshandel, dieser gibt die Ware wiederum um 49 Cent (53 Rp.) ab und letzten Endes kostet die Ware in Aktion im Geschäft 99 Cent (1,06 Fr.), veranschaulicht der OÖ Bauernbund-Obmann und betont: "Da passt etwas nicht zusammen. Daher muss die Kluft zwischen den Produzenten und Endverkäufern minimiert werden. Der Gewinn darf nicht ausschliesslich beim Handel liegen". 

Zudem würden sich die bäuerlichen Familienbetriebe in einem internationalen Wettbewerb befinden und Frau und Herr Österreicher aktuell nur noch 9% ihrer Einkommen für Lebensmittel ausgeben. "Das ist so wenig wie noch nie. Gleichzeitig wird ein Drittel der Lebensmittel oft noch ungeöffnet entsorgt. Für eine 'faire Produktion' müssen die Konsumenten jedoch 20% mehr für ihre Lebensmittel bezahlen. Der Konsument bestimmt mit seinem Einkauf schlussendlich wie und was produziert wird", erklärt Hiegelsberger. 

Regionale Lebensmittel sind etwas wert

"Heimische Lebensmittel werden klimaschonend und unter hohen Umwelt- und Tierhaltungsstandards produziert, wie sie nirgends auf der Welt zu finden sind. Aktionen mit Lebensmitteln aus aller Herren Länder und der Griff zu diesen ruiniert langfristig betrachtet die österreichische Qualitätslandwirtschaft", verdeutlicht Johanna Haider, OÖ Landesbäuerin.

Damit es den Konsumenten leichter falle, sich bewusst für ein österreichisches Lebensmittel entscheiden zu können, sei die im Regierungsprogramm vorgesehene verpflichtende Herkunftskennzeichnung, insbesondere bei verarbeiteten Produkten und in der Gemeinschaftsverpflegung, neben der gerechteren Gewinnaufteilung ein weiterer Schlüssel, um den Landwirten ihr finanzielles Auskommen zu ermöglichen. 

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