22.01.2018 06:03
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Italien
I: Selbstversorgungsgrad gesunken
Der Selbstversorgungsgrad Italiens mit Lebensmitteln ist gesunken. Wie der Landwirtschaftsverband der grösseren Betriebe, Confagricoltura, am 12. Januar unter Berufung auf Daten des italienischen Instituts für Marktforschung und Information (ISMEA) berichtete, verringerte sich der Anteil der Eigenversorgung mit landwirtschaftlichen Erzeugnisse von 2012 bis 2016 um 5 Prozentpunkte auf 78%.

Dabei sei der Verbrauch an Nahrungsmittel der Bevölkerung „im Wesentlichen“ stabil geblieben, erklärte Confagricoltura. Bei den einzelnen Produktgruppen verlief die Entwicklung allerdings teils gegenläufig. 

Bei Rindfleisch nur 55%


So fiel der Selbstversorgungsgrad bei Wein mit 225% im Jahr 2015, aus dem die letzten verfügbaren Daten dafür stammten, erheblich höher aus als in früheren Jahren. Deutlich über 100 % war die Eigenversorgung mit frischem Obst und Geflügelfleisch. Hier lagen Daten für 2016 vor. Bei Gemüse war die Lage in etwa ausgeglichen. 

Deutlich unter 100% lag im vorvergangenen Jahr der Selbstversorgungsgrad dagegen bei Milch, Mais, Olivenöl und Schweinefleisch, bei Rindfleisch waren es sogar lediglich 55%, bei Hülsenfrüchten 47%. Die Produktion von Soja legte in den letzten Jahren deutlich zu, so dass die Inlandserzeugung im Jahr 2015 den Verbrauch zu 54% deckte. 

Anhaltendenr Flächenrückgang

Confagricoltura führt den Rückgang der Selbstversorgung insgesamt auf die erhöhte Nachfrage der Lebensmittelwirtschaft für Exportgüter zurück. So seien die Agrar- und Lebensmittelausfuhren im gleichen Zeitraum wertmässig um 21% gestiegen. Gleichzeitig hätten sich auch die Rohstoffimporte erhöht. Infolgedessen werde ein wachsender Teil der typischen italienischen Produkte für den Export durch importierte Agrarrohstoffe unterstützt, stellte der Verband fest. 

Die wichtigsten Produktgruppen im Exportbereich sind laut Confagricoltura Wein, Milch, Käse und andere Milcherzeugnisse sowie frisches Obst und Gemüse. Der Rückgang der Selbstversorgung könnte zum Teil aber auch auf den anhaltenden Flächenrückgang zurückzuführen sein, erklärte der Landwirtschaftsverband. So sei zuletzt wieder deutlich mehr an landwirtschaftlicher Nutzfläche aus der Nutzung genommen worden, zwischen 2010 und 2013 im Mittel 144'000 ha jährlich.

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