30.07.2018 12:08
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Italien
I: Wieder mehr Flächen verbraucht
In Italien ist der Flächenverbrauch wieder angestiegen. Laut einer aktuellen Veröffentlichung des Umweltforschungsinstitutes ISPRA gingen im vergangenen Jahr insgesamt rund 5'400 ha beziehungsweise 15 ha täglich an Boden verloren.

Die aktuellen Zahlen zeigen eine Kehrtwende beim Flächenverbrauch, der sich zuvor verlangsamt hatte. Ein nicht unerheblicher Teil, nämlich fast ein Viertel des Flächenverbrauchs, fand 2017 in Schutzgebieten statt, und zwar durch Errichtung neuer Gebäude und Infrastruktur, aber auch durch die Absicherung gegen hydrogeologische Instabilitäten wie Erdrutsche. 

Allgemein waren die Küstengebiete dem ISPRA-Bericht zufolge stärker vom Flächenverbrauch betroffen als das Landesinnere. Mit Blick auf die einzelnen Provinzen wurde 2017 in Nord- und Mittelitalien überdurchschnittlich viel Fläche überbaut. Insgesamt sind in den vergangenen zehn Jahren laut Angaben von ISPRA rund 440'000 ha versiegelt worden. 

Besorgt über diese Entwicklung zeigte sich der Zusammenschluss Agrinsieme, dem die Bauernverbände Confagricoltura und Cia sowie die Genossenschaftsverbände Agci-Agrital, Fedagri-Cooperative und Legacoop Agroalimentare angehören. Der Boden sei eine wertvolle und nicht erneuerbare Ressource, die nicht wiedergewonnen werden könne, betonte Agrinsieme. Zusammen mit dem Land gingen ausserdem Umwelt, Biodiversität, Kultur und wirtschaftliche Aktivitäten verloren. Der Verbändezusammenschluss forderte eine ausreichende Diskussion des Berichtes im Parlament und wirksamere Regelungen, um den Bodenverbrauch zu stoppen.

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