7.03.2016 14:07
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Österreich
IG Milch fordert Mengensteuerung
Für die rasche Umsetzung einer funktionierenden Mengensteuerung am österreichischen Milchmarkt hat sich die IG Milch ausgesprochen.

In einem offenen Brief forderte der Verein der Grünland- und Rinderbauern vergangene Woche alle Milchverarbeitungsbetriebe im Land auf, den Bauern klare Signale für eine deutliche Verringerung der Produktion zu geben, um so die derzeit angespannte Situation zu entspannen und den Milchpreis zu stabilisieren.

Politik machte falsche Versprechen

Ähnlich wie in der Geflügelbranche und der Zuckerproduktion könnten die Verarbeitungsbetriebe im Sinne aller Beteiligten damit die Verantwortung für einen geordneten Markt übernehmen. Die Politik habe sich durch die Abschaffung der Milchquote aus der Marktsteuerung zurückgezogen und mit falschen Versprechungen und Prognosen die derzeitige Misere herbeigeführt, beklagte die IG Milch.

Allen Forderungen zum Trotz seien noch immer keine vernünftigen Lösungsansätze in Sicht. Hier könnten Österreichs Milchverarbeiter als positives Beispiel für Europa vorangehen, da bei einer gemeinsamen Initiative rasch sichtbare Erfolge am Markt zu erwarten seien. Sollte dieser Schulterschluss Richtung Mengenreduzierung nicht stattfinden, drohe der Zusammenbruch des Milchmarktes mit all seinen negativen Folgen für die Bauern und auch für die Konsumenten, warnte die Interessengemeinschaft.

„Betriebe können das durchtauchen“


Als Vorbild führte die IG Milch die Genossenschaftsmolkerei Gmundner Milch an, die Ende Februar angekündigt hatte, ein neues Bezahlsystem zur Begrenzung der Anlieferungsmengen einzuführen. Der Agrarwissenschaftler Franz Sinabell vom Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) sprach indes mit Blick auf den Milchmarkt gegenüber der österreichischen Tageszeitung „Die Presse“ von einer „Durststrecke“ ähnlich wie 2009.

Ein Höfesterben erwartet der Wissenschaftler nicht, „weil die Betriebe das durchtauchen können“. Die Aufrechterhaltung der Milchviehbetriebe sei aber nur deshalb möglich, weil es Förderungen im Rahmen der ländlichen Entwicklung der EU-Agrarpolitik gebe.

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