5.03.2016 15:55
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Indien
Immer mehr Heilige Kühe
Die Rinderhaltung in Indien ist weiter auf Expansionskurs. Agrarexperten des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums (USDA) zufolge gab es Anfang 2016 auf dem Subkontinent einschließlich Wasserbüffel 302,6 Millionen Rinder.

Das waren rund 1,5 Millionen Tiere oder 5% mehr als ein Jahr zuvor. Damit sei der Jahresanfangsbestand grösser als erwartet ausgefallen, berichteten die US-Analysten. Ein wesentlicher Grund dafür sei, dass das Schlachtaufkommen 2015 in Südostasien wegen schwächerer Nachfrage kaum gestiegen sei.

Dementsprechend stünden für das laufende Jahr jedoch mehr Tiere für die Schlachtung zur Verfügung. Das Washingtoner Agrarressort rechnet für 2016 mit einem Anstieg der indischen Rindfleischproduktion um 350'000 t oder 8,5 % auf 4,45 Mio t, die nahezu ausschliesslich von Wasserbüffeln stammen. Nur gut die Hälfte davon, nämlich 2,35 Mio t, dürften von den heimischen Verbrauchern nachgefragt werden.

Viele Inder verzichten aus religiösen Gründen nicht nur auf den Verzehr von Kuhfleisch, sondern gänzlich auf den Konsum von Rindfleisch. Für den Export stünden demnach 2,1 Mio. t Büffelfleisch zur Verfügung; das wären 200'000 t mehr als 2015. Die US-Analysten erwarten 2016 eine wieder anziehende Nachfrage, vor allem in den südostasiatischen Ländern. Wichtigste Exportdestinationen für das von Indien oft auch als Halal angebotene Büffelfleisch sind Vietnam, Ägypten, Malaysia, Thailand und Saudi Arabien.

Zugenommen hat im Verlauf des vergangenen Jahres auch der indische Milchkuhbestand. Nach Angaben des USDA wurden mit 127 Millionen Stück rund 2 Millionen Milchkühe mehr gehalten als zwölf Monate zuvor. Damit dürfte sich der Anstieg der Milcherzeugung 2016 weiter fortsetzen; im vergangenen Jahr wurden etwa 154 Mio t Kuh- und Büffelmilch produziert. Im globalen Handel mit Milcherzeugnissen spielt Indien sowohl bei den Im-, als auch bei den Exporten praktisch keine Rolle. Die Milch wird bei steigender Nachfrage im eigenen Land benötigt, und die Einfuhr von Milcherzeugnissen ist streng reglementiert.

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