27.03.2017 16:42
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Indien
Indien: Fleischhändler streiken
Nach den Wahlen im grössten indischen Bundesstaat Uttar Pradesh (UP) haben sich die interreligiösen Konflikte deutlich verschärft. Die mehrheitlich muslimischen Fleischhändler begannen am Montag einen unbefristeten Streik, wie der zuständige Verband bestätigte.

Grund dafür sei die neue hinduistische Regierung des Bundesstaats unter Ministerpräsident Yogi Adityanath, die erst vor einer Woche ihre Amtsgeschäfte aufgenommen hatte. Der hinduistische Priester Adityanath hatte unmittelbar nach seiner Amtsübernahme damit begonnen, Schlachthäuser und Fleischgeschäfte durchsuchen und schliessen zu lassen.

Damit verschärfte er einen Konflikt mit der muslimischen Minderheit im Bundesstaat, die einen Grossteil des Fleischgeschäfts dort betreibt. Während die Regierung betonte, dass ausschliesslich nicht lizenzierte Betriebe betroffen seien, kritisierte der Verband der Fleischhändler die Behörden scharf.

Es gebe regelrechte Razzien in den Betrieben - auch in solchen, die eine gültige Lizenz besässen. Adityanath gehört zur fundamentalistisch-hinduistischen Partei BJP, wie auch der indische Ministerpräsident Narendra Modi. Bereits seit dessen Amtsübernahme im Jahr 2014 häufen sich Angriffe radikaler Hindus auf Muslime im Land.

Als Grund für die Attacken geben diese meistens an, die Angegriffenen hätten Kühe getötet oder ihr Fleisch verkauft. Im Hinduismus gilt die Kuh als heiliges Tier und darf nicht getötet werden.

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