14.09.2020 08:06
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Paraguay
Inidgene wollen keine Lebensmittel
Mit der Entführung des früheren Vize-Staatschefs wollten linke Rebellen in Paraguay Lebensmittelhilfen für indigene Gemeinden erzwingen - doch die wehren sich nun gegen ihre politische Vereinnahmung.

Die Koordinierungsstelle der indigenen Anführer des Bajo Chaco (CLIBCH) stellte sich am Sonntag gegen das Vorhaben der Entführer, die Freilassung von Ex-Vizepräsident Óscar Denis unter anderem an die Verteilung von Lebensmitteln im Wert von zwei Millionen Dollar zu knüpfen.

Kämpfer der Guerillaorganisation EPP hatten Denis und den indigenen Arbeiter Adelio Mendoza vom Landgut des Politikers nahe der Ortschaft Bella Vista Norte an der Grenze zu Brasilien verschleppt. «Wir wollen, dass die Brüder Adelio Mendoza und Óscar Denis befreit werden», erklärte die Koordinierungsstelle nun in sozialen Medien. Sie sprach damit für 75 indigene Gemeinden, die den Schmerz der Familien nicht zum eigenen Vorteil ausnutzen wollten.

«Wir würden uns wie Sympathisanten dieser Kriminellen fühlen», zitierte die paraguayische Zeitung «Hoy» einen CLIBCH-Sprecher. Daran ändere auch die chaotische Situation im Chaco - einer Gegend im Inneren Südamerikas mit Trockenwäldern - nichts, obwohl es dort an Wasser, Lebensmitteln und staatlicher Hilfe fehle.

Nach der Entführung hatten die Rebellen zunächst keine Forderungen gestellt. Dann wurde bekannt, dass sie unter anderem die Lebensmittelhilfen und die Befreiung zweier inhaftierter Guerillaführer aus dem Gefängnis verlangten. Die Frist zum Erfüllen dieser Bedingungen sollte am Sonntagabend (Ortszeit) ablaufen.

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