12.08.2018 10:44
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Portugal
Junge in Landwirtschaft holen
Portugal bemüht sich weiter um eine Verjüngung seiner überalterten Landwirtschaft und hat dazu in seinem Programm zur Entwicklung des ländlichen Raums (PDR 2020) zwei neue Ausschreibungen zur Junglandwirteförderung gestartet.

Wie das Landwirtschaftsministerium in Lissabon jetzt mitteilte, können sich Landwirte zwischen 18 und 40 Jahren, die die Leitung des Hofes gerade übernommen haben und für die kommenden fünf Jahre einen Geschäftsplan und Investitionsabsichten vorweisen können, für die jetzt frisch mit insgesamt 13 Mio. Euro (14.8 Mio. Fr.)  ausgestattete Massnahme „Junglandwirte“ bewerben. 

Vergeben würden zweckungebundene Fördergelder, die nicht zurückgezahlt werden müssten. Im Programmteil „Investitionen von Junglandwirten“ würden jetzt zusammen weitere 30 Mio. Euro (34.1 Mio. Fr.) für Kredite und nicht zurückzuzahlende Hilfen bereitgestellt. Das Landwirtschaftsministerium hob hervor, dass in dem seit 2014 laufenden PDR 2020 bereits in den vergangenen Jahren mehr als 3'000 Junglandwirte gefördert worden seien. Den Ausbau der Junglandwirteförderung begründete das Ressort mit der Notwendigkeit, verstärkt junge Menschen in die Landwirtschaft zu holen. Sie seien wichtig für die Modernisierung, das Wachstum sowie die Internationalisierung der Betriebe und damit für die Wettbewerbsfähigkeit der Branche. 

Portugals Landwirtschaft kämpft seit längerem mit einer fortschreitenden Überalterung. Im Jahr 2016 waren laut Angaben des Nationalen Statistikinstituts (INE) 54,6% der Betriebsleiter im Land älter als 65 Jahre. Das Durchschnittsalter lag bei 65 Jahren. Noch 2009 hatte es den Statistikern zufolge 63 Jahre betragen, fünf Jahre später 64 Jahre. Portugals Landwirte sind die ältesten Europas.

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