11.06.2020 12:33
Quelle: schweizerbauer.ch - sda/blu
Frankreich
Käse-Neuheit «dank» Ausgangssperre
Ein Bauern-Ehepaar aus Ostfrankreich hat während der Coronavirus-Ausgangssperre per Zufall einen neuen Weichkäse entwickelt. Unverkaufte Produkte hätten einem Medienbericht zufolge damit gerettet werden können.

Um den Munster nicht wegwerfen zu müssen, entschieden Laura und Lionel Vaxelaire aus der Gemeinde Saulxures-sur-Moselotte in den Vogesen, den Käse einfach unangetastet im Keller liegen zu lassen, wie der Radiosender France Bleu am Donnerstag auf seiner Homepage berichtete.

Das Ergebnis, ein mit essbaren Schimmelkulturen überzogener Munster, überzeugte demnach die Käseproduzenten. Sie entschlossen sich, «Le Confiné» den Kunden anzubieten, wie Vaxelaire erklärte. Der Name spiegelt die Umstände wider, unter denen der Käse kreiert wurde: «Le Confiné» kann mit «Der Abgestandene» aber auch «Der Abgekapselte» übersetzt werden. Die Ausgangsbeschränkung heisst auf Französisch «confinement».

Sie haben sehen wollen, wie der Munster «alleine arbeitet», so der Käse-Hersteller weiter. In Frankreich war wegen der Coronavirus-Pandemie eine fast zwei Monate dauernde strikte Ausgangssperre verhängt worden. Während dieser Zeit seien die Verkäufe der Käserei um 80 Prozent zurückgegangen, sagte Lionel Vaxelaire, der gemeinsam mit seiner Frau Käse aus Milch von Vogesenrindern herstellt.

Der «Le Confiné» sei eine schöne Überraschung gewesen, erzählte er weiter. Die Kunden würden den neuen Käse gut annehmen. Die Käse-Neuheit gilt jedoch nicht als Munster AOC, erklärte Vaxelaire. Denn für dieses Schutzsiegel müsse der traditionell in Ostfrankreich hergestellte Käse alle zwei Tage gewaschen werden.

Auf dem Betrieb der Familie Vaxelaire leben rund 30 Kühe der Rasse Vogeser. Die Produkte des Hofes werden direkt oder über Hofläden vermarktet.

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