12.12.2017 09:39
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Milchmarkt
Kieler Rohstoffwert Milch bricht ein
Die Verwertungsmöglichkeiten der Milch über Butter und Magermilchpulver haben sich im November 2017 spürbar verschlechtert und den Kieler Rohstoffwert deutlich nach unten gedrückt.

Wie aus Berechnungen des Kieler Informations- und Forschungszentrums für Ernährungswirtschaft (ife) hervorgeht, lag der aus den Verkaufserlösen von Butter und Magermilchpulver abgeleitete Milchwert für ein Kilogramm Standardmilch ab Hof mit 4,0% Fett- und 3,4% Eiweissgehalt im Berichtsmonat nur noch bei 32,9 Cent (38.4 Rp.).

Im Vergleich zum Vormonat Oktober bedeutete das einen Einbruch um 6,4 Cent (7.47 Rp.) oder 16,3%, der damit so stark war wie selten zuvor. Erstmals seit Juni 2016 wurde auch wieder das Vorjahresniveau unterschritten, das im November 2016 bei 33,8 Cent (39.5 Rp.) und damit um 0,9 Cent höher gelegen hatte. Grund für den aktuell kräftigen Abschlag waren vor allem die zuletzt nicht mehr so lukrativen Verwertungsmöglichkeiten der Milch über den Butterverkauf.

Den Kieler Marktanalysten zufolge gab die durchschnittliche Butternotierung von Oktober auf November um 123,90 Euro/100 kg (144.7 Fr.) oder 18,9% auf 532,70 Euro/100 kg (622 Fr.) nach. Zudem setzte sich der Preisverfall bei Magermilchpulver fort. Die Durchschnittnotierung belief sich im November auf 143,70 Euro/100 kg (168 Fr.). Das waren 6,80 Euro oder 4,5 % weniger als im Vormonat. Die Entwicklung des Kieler Rohstoffwertes legt den Schluss nahe, dass sich die Milcherzeugerpreise in den nächsten Monaten abschwächen werden, denn diese folgen gewöhnlich mit zeitlicher Verzögerung der Messzahl.

In deren Berechnung sind allerdings die wichtigen Verwertungen über Käse oder Frischmilchprodukte ebenso wenig enthalten wie längerfristige Lieferkontrakte mit festen Preisvereinbarungen oder tatsächliche Exportpreise, weshalb die tatsächliche Entwicklung der Milchpreise vom Rohstoffwert abweicht. Am Spotmarkt geben die Milchpreise allerdings schon seit einigen Monaten nach. Laut Angaben der EU-Kommission erlöste die „freie Milch“ - bei etwas höheren Inhaltsstoffen als die Standardmilch - Anfang Dezember in Italien noch 41,3 Cent/kg (48.2 Rp), in den Niederlanden allerdings nur noch 30,0 Cent/kg (35 Rp.).

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