21.12.2014 06:16
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Europäischer Milchmarkt
Kieler Rohstoffwert unter 25-Cent-Marke
Der Kieler Rohstoffwert für Milch ist im Dezember 2014 unter die 25-Cent-Marke gerutscht und hat damit das zweittiefste Niveau in diesem Jahrzehnt erreicht.

Wie aus Berechnungen des Kieler Informations- und Forschungszentrums für Ernährungswirtschaft (ife) hervorgeht, lag der anhand der Verwertungsmöglichkeiten über Butter und Magermilchpulver kalkulierte Rohstoffwert für ein Kilogramm Standardmilch ab Hof mit 4,0 % Fett und 3,4 % Eiweiss zuletzt nur noch bei 24,7 Cent (29,7 Rp.). Das waren lediglich 0,8 Cent/kg mehr als beim historischen Tiefpunkt der vergangenen Jahre, der im Mai 2012 mit 23,9 Cent/kg (28,7 Rp.)erreicht wurde.

Im Vergleich zum November 2014 verringerte sich der Milchwert um 0,8 Cent/kg oder 3,1 %. Das Vorjahresniveau wurde um 20,1 Cent/kg (24,1 Rp.) beziehungsweise 44,9% deutlich verfehlt. Verantwortlich für das jüngste Nachgeben des Rohstoffwerts war einerseits der Preisrückgang am Milchpulvermarkt: Für 100 kg Magermilchpulver erlösten die Hersteller im Dezember durchschnittlich 176,10 Euro (211 Fr.). Das waren 4,40 Euro oder 2,4 % weniger als im Vormonat. Umgerechnet auf die in der Pulverherstellung eingesetzte Milch ergab sich damit eine um 0,4 Cent/kg auf 13,6 Cent/kg (16,3 Rp.) verschlechterte Verwertung des Rohstoffs.

Gleichzeitig hat auch das Milchfett weiter an Wert verloren: Die durchschnittliche Butternotierung belief sich im Dezember auf 293,40 Euro/100kg (352 Fr./100kg). Das waren 7,50 Euro (9 Fr.) oder 2,5% weniger als im November. Dadurch verschlechterte sich die Verwertung der eingesetzten Rohmilch über die Fettkomponente binnen Monatsfrist um 0,4 Cent/kg und lag zuletzt bei 12,5 Cent/kg.

Werden beide Wertkomponenten zusammengefasst, belief sich der Milchwert frei Rampe Molkerei im Dezember auf 26,1 Cent/kg (31,3 Rp.). Nach Abzug der unterstellten Erfassungskosten von 1,4 Cent/kg hatte die Milch auf Erzeugerstufe theoretisch einen Wert von 24,7 Cent/kg (29,7 Rp./kg).

Da jedoch beispielsweise Käse und Frischmilchprodukte in der Kalkulation nicht enthalten sind und zudem längerfristige Lieferkontrakte mit festen Preisvereinbarungen zwischen Herstellern und Abnehmern oder tatsächliche Exportpreise ebenso unberücksichtigt bleiben wie Investitionen oder andere Produktionskosten, entspricht der Rohstoffwert laut ife nicht dem gegenwärtigen Auszahlungspreis einer Molkerei. Er ist aber den Marktexperten zufolge ein starker Indikator für die zukünftige Milchpreisentwicklung.

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