18.07.2016 10:06
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Bulgarien
Kirche steht zum Biolandbau
Die Orthodoxe Kirche Bulgariens bekennt sich ohne Vorbehalt zur Bio-Landwirtschaft. Darauf haben Mitglieder einer Delegation der Internationalen Vereinigung ökologischer Landbaubewegungen (IFOAM - Organics International) nach einer Informationsreise durch das osteuropäische Land hingewiesen.

Die bulgarisch-orthodoxe Kirche ist eine der größten Eigentümer von Landwirtschaftsflächen im Land. Sie untersage ihren Pächtern nicht nur die Verwendung von Pflanzenschutzmitteln und von chemischen Stoffen in der Lebensmittelproduktion, sondern verzichte auch selbst auf den Einsatz solcher Mittel in ihren Landwirtschaftsbetrieben und Klöstern.

Laut der IFOAM-Delegation gibt es derzeit etwas mehr als 6'000 Biobetriebe in Bulgarien. 90% ihrer Produkte würden unter anderem nach Deutschland, in die Schweiz, nach Österreich und Skandinavien exportiert. Dort werde die Rohware verpackt und teilweise unter einem heimischen Markenzeichen verkauft. Derzeit belaufe sich der Anteil der Biolebensmittel am Gesamtlebensmittelmarkt Bulgariens auf 2%.

Vertreter der dortigen Ökobranche erwarten laut IFOAM, dass der Anteil in den nächsten zwei Jahrzehnten auf 20% steigen wird. Zudem gingen sie davon aus, dass „neue“ Produkte wie Artischocken, Oliven, Kiwi oder Weintrauben in das Biosortiment kommen. Gemäss dem IFOAM-Delegationsbericht fordern die bulgarischen Biolandwirte staatliche Akzeptanz und eine bessere Förderung. Bis
2020 sollen ihnen über die Fördermittel der Europäischen Union 152 Mio. Euro (167 Mio. Fr.) zukommen.

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