Freitag, 25. Juni 2021
04.11.2014 06:45
Klima

Klima: Reduktion von Methan bringt wenig

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Emissionen wie Methan oder Russ schädigen das Klima, sind jedoch kurzlebiger als CO2. Durch die Reduktion dieser kurzlebiger Klimatreiber hoffte man, den globalen Temperaturanstieg begrenzen zu können. Eine Studie unter Leitung von Zürcher Forschern zeigt nun aber, dass das nur wenig bringt.

Es sei ein «Trugschluss zu glauben, dass man durch die Eliminierung der kurzlebigen Klimatreiber Zeit gewinnen oder die Klimaerwärmung stabilisieren könne», sagte der Klimaphysiker Joeri Rogelj von der ETH Zürich in einer Mitteilung der ETH. Nur das Senken der CO2-Emissionen könne der langfristigen Erwärmung entgegenwirken, betonen er und seine Kollegen im Fachjournal «PNAS».

Bessere Ernten

Kohlendioxid (CO2) bleibt Tausende Jahre in der Atmosphäre. Im Gegensatz dazu überdauern Emissionen wie Methan oder Russ, die aus Dieselmotoren, Öfen, Kohlebergwerken oder der Viehhaltung stammen, nur wenige Tage bis zu einem Jahrzehnt. Sie wirken nur solange auf das Klima, wie sie erzeugt werden.

Eine Reduktion dieser kurzlebigen Klimatreiber hätte durchaus positive Effekte, zeigt die Studie: saubere Luft, weniger Sterbefälle durch Luftverschmutzung oder bessere Ernte. Und ein geringerer Ausstoss dieser kurzlebigen Klimatreiber würde auch helfen, die Erderwärmung in den nächsten Jahrzehnten zu reduzieren.

Kein langfristiger Nutzen

Doch der langfristige Nutzen einer Verringerung dieser Emissionen sei in den bisherigen Szenarien zur Klimastabilisierung überschätzt worden. «Wenn das Klima bei einer bestimmten Temperatur stabilisiert werden soll, muss der Ausstoss von CO2 letztendlich auf Null heruntergefahren werden», sagte Studienleiter Rogelj.

Die Einschätzung ist im Einklang mit den am Wochenende veröffentlichten Empfehlungen des Weltklimarats IPCC. Er hatte eine Reduzierung des Ausstosses der Treibhausgase wie Kohlendioxid auf Null bis zum Jahr 2100 gefordert.

Reduktion dennoch sinnvoll

Die Wissenschaftler sehen es dennoch als «sinnvolles Ziel», die kurzlebige Umweltbelastung anzugehen – weniger für den Schutz des Klimas als vielmehr wegen ihres Nutzens für die menschliche Gesundheit, die Landwirtschaft und den kurzfristigen Klimawandel, wie Mitautor Markus Amman vom Internationalen Institut für Angewandte Systemanalyse (IIASA) in Laxenburg bei Wien erklärte.

Gehe man Luftverschmutzung und Klimawandel gleichzeitig an, verringere dies zudem die Kosten im Vergleich zu einem getrennten Vorgehen. «Die neue Studie unterstreicht, wie wichtig integrierte Antworten auf Probleme wie Klimawandel, Luftverschmutzung und Energiepolitik sind», sagte Rogelj.

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