Donnerstag, 22. April 2021
12.11.2013 12:16
Klimawandel

Klima-Risiko-Index mit extremen Ereignissen als Warnsignal

Share on print
Share on email
Share on facebook
Share on twitter
Von: sda/dpa

Haiti, die Philippinen und Pakistan haben im vergangenen Jahr am stärksten unter extremen Wetterereignissen gelitten. Dies hält das NGO Germanwatch in seinem jüngsten Klima-Risiko-Index fest.

Wetterextreme unter dem Einfluss von Klimaveränderungen haben auch im vergangenen Jahr Tausende von Menschenleben gekostet und schier unvorstellbare Schäden verursacht, wie die Nichtregierungsorganisation (NGO) Germanwatch am Dienstag bei der Vorstellung ihres Klima-Risiko-Indexes mitteilte.

In den vergangenen 20 Jahren starben mehr als 530’000 Menschen bei über 15’000 extremen Wetterereignissen wie Taifune, Hitzewellen, Dürren und Überschwemmungen. Die materiellen Verluste liegen dem Bericht zufolge bei 2,5 Billionen Dollar.

Stark betroffenes Haiti

Der Karibikstaat Haiti, der noch immer unter den Folgen des verheerenden Erdbebens von 2010 leide, habe im August 2012 während des Hurrikan «Isaac» grosse Teile seiner Ernte verloren, sagte Sönke Kreft, einer der Autoren des Berichts, auf der UNO-Klimakonferenz in Warschau.

Später habe Haiti noch einmal heftige Zerstörungen durch tropische Regenfälle infolge des Hurrikans «Sandy» gegeben. Mindestens 200’000 Menschen wurden als Folge der Stürme obdachlos. Im langjährigen Vergleich von 1993 bis 2012 liegt Haiti auf Platz drei der besonders verwundbaren Staaten, hinter Honduras und Burma.

Auf den Philippinen, wo die genaue Zahl der Toten nach dem Taifun «Haiyan» noch nicht genau feststeht, starben ein Jahr zuvor mehr als 1400 Menschen durch den Taifun «Bopha». In Pakistan, das bereits 2010 und 2011 Opfer schwerer Überschwemmungen wurde, starben bei heftigen Monsun-Fluten mehr als 650 Menschen.

Auch in Europa

Neben den südpazifischen Inselstaaten, die seit Jahren immer wieder unter Stürmen und tropischen Unwettern leiden, landeten 2012 auch europäische Staaten auf dem Klima-Risiko-Index. Extreme Wetterverhältnisse mit schweren Überschwemmungen in der Region Krasnodar brachten im vergangenen Jahr aber auch Russland auf die Liste der besonders geschädigten Staaten.

Nach der sommerliche Hitzewelle auf dem Balkan befindet sich Serbien auf Rang sechs und Bosnien-Herzegowina auf Rang acht. Dass im Jahr 2003 mehr als 70’000 Menschen in Europa in Folge einer wochenlange Hitzewelle starben, gehört laut Germanwatch ebenfalls zu den Auswirkungen der weltweiten Klimaveränderungen.

Laut Germanwatch ist die Klimakonferenz in Warschau für die Industriestaaten eine Gelegenheit, ihre finanziellen Zusagen an die besonders von Klimakatastrophen getroffenen Entwicklungsländer zu erneuern. Nur so könnten die bereits in Angriff genommenen Anpassungsmassnahmen in Asien, Afrika, Lateinamerika und Ozeanien auch finanziert werden.

Schweiz auf Rang 33

Die Schweiz liegt im langjährigen Vergleich auf Rang 33 mit insgesamt 1123 bei aussergewöhnlichen Wetterereingissen ums Leben gekommenen Menschen und Schäden in der Höhe von 389 Mio. Dollar. Die grosse Mehrheit der in der Schweiz gezählten Toten sei wahrscheinlich auf die Hitzewelle im Jahr 2003 zurückzuführen, hiess es bei Germanwatch auf Anfrage.

Im vergangenen Jahr kamen laut Germanwatch in der Schweiz fünf Personen bei Wetterextremereignissen ums Leben. Die Schadenshöhe wurde mit 57 Mio. Dollar angegeben. Laut Germanwatch ist die Klimakonferenz in Warschau für die Industriestaaten eine Gelegenheit, ihre finanziellen Zusagen an die besonders von Klimakatastrophen getroffenen Entwicklungsländer zu erneuern. Nur so könnten die bereits in Angriff genommenen Anpassungsmassnahmen in Asien, Afrika, Lateinamerika und Ozeanien auch finanziert werden.

Mehr zum Thema
International

Weniger Tiertransporte sind ein Weg zu mehr Tierwohl. - Agrarfoto Im Untersuchungsausschuss des EU-Parlaments zu Tiertransporten sprach sich EU-Abgeordnete Simone Schmiedtbauer entschieden gegen Tiertransporte auf Langstrecken aus. «Meine Erwartungen an…

International

Nach Angaben der Brüsseler Behörde wäre eine solche Massnahme ein Verstoss gegen die Warenverkehrsfreiheit. - pixabay Die Bundesregierung plant keine Quoten für heimische Waren im Lebensmittelhandel. Diese sei ohnehin nicht…

International

Auch das Berggebiet wäre laut SAV stark betroffen.  - ANTONGEISSER Laut dem Schweizerischen Alpwirtschaftlichen Verband (SAV) gefährden die beiden Agrarinitiativen die Berg- und Sömmerungsbetriebe massiv.Kategorien Die Initiativen verunmöglichten sinnvolle Kreisläufe…

International

Die Milchproduktion soll steigen. - Giorgi Hoesli Das russische Landwirtschaftsministerium geht davon aus, dass die Erzeugung von Milch und Fleisch bis zum Jahr 2025 weiter zunehmen wird.  Nach Angaben des…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

SCHWEIZER BAUER

DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE