28.04.2016 14:19
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Klimawandel
Klimaerwärmung senkt Produktivität
Die Klimaerwärmung wird die Produktivität der Arbeit spürbar senken. Die Staaten haben in den vergangenen 35 Jahren bereits 3 bis 5 Prozent der zur Verfügung stehenden Tageslichtstunden eingebüsst, warnten die UNO und die Sozialpartner in Genf. Die Schweiz ist kaum betroffen.

Die UNO und die Sozialorganisationen legten die Studie am Donnerstag vor. Sie beschreibt die Auswirkungen von Hitze auf die Arbeit. Auch nimmt sie eine Untersuchung von 2012 wieder auf, welche den zu erwartenden Produktivitätsverlust bis 2030 auf zwei Milliarden Dollar beziffert.

Demnach sind unter den besonders schwer betroffenen Berufen solche mit einem niederen Einkommen wie schwere Handarbeit oder die Arbeit auf dem Land und in Manufakturen. Bei den Regionen ist das Problem in Süd- und in Südostasien, Zentralamerika, Nord- und Westafrika am gravierendsten.

Gemäss Schätzungen hat Pakistan 2015 bis zu 4,7 Prozent seiner für die Arbeit zur Verfügung stehenden Tageslichtstunden verloren. Der Rückgang beläuft sich in anderen Ländern auf bis zu 3 Prozent.

Schweiz verliert nur 0,13 Prozent

Unter der Voraussetzung einer Erwärmung von 2,7 Grad bis 2085 beläuft sich der Wirtschaftsrückgang in den verletzlichsten Ländern auf 10 Prozent oder darüber. Die Schweiz ist dank günstiger Klimabedingungen davon nur marginal betroffen.

Das im Pariser Abkommen vorgesehene Erwärmungsziel von 1,5 Prozent könnte das Schlimmste auf gesundheitlicher, sozialer und wirtschaftlicher Ebene verhindern, heisst es in der Studie weiter. Demnach würde der Verlust an Tageslichtstunden in Pakistan bis 2085 etwas über 6 Prozent liegen.

Bei einer Erwärmung um 4 Grad hingegen würden die Verluste etwa in Kambodscha, auf Kiribati oder den Malediven 15 Prozent betragen. In der Schweiz gäbe es dagegen nur einen Verlust von 0,13 Prozent.

Die Studie wurde vom Klimagefahrenforum CVF, vom Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen UNDP, von der Internationalen Arbeitsorganisation ILO, der internationalen Dienstleistungsgewerkschaft UNI Global Union, dem Internationalen Arbeitgeberverband IOE und dem Internationalen Gewerkschaftsbund IGB erarbeitet. Die Weltgesundheitsorganisation WHO, die Internationale Organisation für Migration OIM und das Netzwerk Kirchen helfen gemeinsam waren bei der Präsentation in Genf auch anwesend.

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