1.02.2017 06:37
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Klima
Klimawandel lässt Steppen ausdorren
Mit der globalen Erwärmung gehen auch Ökosysteme verloren, weil sich ihre Bedingungen drastisch ändern. Das zeigen Basler Forschende nun am Beispiel von Steppenlandschaften: Diese werden zunehmend trockener und damit eher zu Halbwüsten und Wüsten. Das wird vor allem die Vegetation verändern - mit Folgen für den Menschen.

Trockengebiete bedecken rund 40 Prozent der Landfläche der Erde. Dabei gibt es gemässigte - zum Beispiel die Steppenlandschaften in Zentralasien, dem Westen der USA und im Mittelmeerraum - und subtropische Trockenzonen - wie die Sahara oder das australische Outback.

Subtropische Trockengebiete

Mit dem Klimawandel werden die Steppen zunehmend ausdorren und sich in subtropische Trockengebiete umwandeln, berichten Forscher der Uni Basel nun im Fachblatt «Nature Communications». Dass sich die Wüsten voraussichtlich zunehmend ausdehnen, wurde zwar bereits von früheren Studien gezeigt. Die Prognose durch Klimamodelle für die einzelnen Trockengebiete variiere allerdings je nach Art der Zone und ihrer geographischen Lage stark, teilte die Uni Basel am Dienstag mit.

Ein internationales Forscherteam um Daniel Schlaepfer von der Universität Basel hat nun Klimaprojektionen aus 16 globalen Modellen mit ortsspezifischen Informationen kombiniert, um die weitere Entwicklung der gemässigten Trockengebiete vorherzusagen. Dabei flossen auch Daten zu Bodeneigenschaften und Vegetation mit ein.

Ein Drittel der Steppen verschwindet


Diese gemässigt trockenen Zonen werden demnach bis zum Ende dieses Jahrhunderts bis zu 30 Prozent ihrer Fläche verlieren. Der Grossteil werde sich zu subtropischen Trockenzonen umwandeln, berichten die Forschenden. Zunehmend trockene Böden verändern insbesondere die Vegetation. Diese leidet besonders, wenn sich die Bodenfeuchte unterhalb eines durchschnittlichen Niveaus befindet.

Diesen Zustand bezeichne man als ökologische Dürre, die nicht direkt mit Phasen von wenig Niederschlag (meteorologischer Dürre) einhergehe, schrieb die Uni Basel. Solche Perioden ökologischer Dürre könnten gemäss der Studie erheblich zunehmen. Dabei trocknen besonders tiefere Bodenschichten aus. Das würde dazu führen, dass sich vermehrt Pflanzen durchsetzen, die sich das Wasser aus oberen Bodenschichten holen. Dass sich diese Ökosysteme derart verändern, hätte auch sehr konkrete Auswirkungen auf den Menschen: Auch der Anbau von Weizen und Kartoffeln könnte sich in diesen Gebieten dann nicht mehr lohnen, so die Forschenden.

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