23.03.2016 06:11
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Forschung
Kohlekraftwerke brauchen Wasser für eine Milliarde Menschen
Die tausenden Kohlekraftwerke in aller Welt verbrauchen laut der Umweltschutzorganisation Greenpeace Trinkwasser für eine Milliarde Menschen. In einigen Regionen verstärkten bestehende und geplante Kohlekraftwerke den Wassermangel, hiess es in einer am Dienstag von Greenpeace veröffentlichten Analyse.

Die Organisation forderte ein Ende der Kohleverstromung. Der Neubau von Kraftwerken lasse sich nicht verantworten. 

7 Prozent des weltweiten Wasserverbrauchs

Greenpeace hatte nach eigenen Angaben alle in Betrieb befindlichen Kohlekraftwerke weltweit unter die Lupe genommen - insgesamt 8359. Die Organisation analysierte den Wasserverbrauch und setzte diesen ins Verhältnis zu den jeweiligen Wasservorkommen vor Ort.

Demnach ist Kohlestrom allein für rund sieben Prozent des weltweiten Wasserverbrauchs verantwortlich. Neben dem Kühlwasser für die Kraftwerke würden enorme Wassermengen in den Kohleminen sowie zum Waschen der Kohle verbraucht. Ausserdem würden Asche-Deponien besprüht, um zu verhindern, dass sich gesundheitsschädlicher Kohlestaub ausbreite. Der Gesamtverbrauch der Branche würde laut Greenpeace ausreichen, um eine Milliarden Menschen mit Wasser zu versorgen.

Anlagen in trockenen Regionen geplant

Die Organisation bezog in ihre Analyse auch 2600 Kohlekraftwerke ein, die derzeit geplant werden. Ein Viertel der anvisierten Kraftwerke liege in Gegenden, in denen bereits Wasserknappheit herrsche. Vor allem China, Indien und die Türkei hätten neue Anlagen in trockenen Regionen geplant.

«Kohlekraftwerke befeuern nicht nur den Klimawandel, sie rauben uns auch die wertvollste Ressource - das Wasser», erklärte Greenpeace-Energieexperte Karsten Smid. «In Zeiten günstiger und sauberer erneuerbarer Energien lassen sich weitere Kohlekraftwerke nicht mehr verantworten.»

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