14.03.2018 11:32
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Ernährungssicherheit
Krieg bedroht Ernährungssicherheit
Nahrungssicherheit ist in vielen Ländern der Welt nach wie vor nicht gegeben; wesentliche Ursachen dafür sind Wetterextreme und bewaffnete Konflikte. Das geht aus der aktuellen Ausgabe des „Crop Prospects and Food Situation Report“ hervor, die vergangene Woche von der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) vorgelegt wurde.

Demnach sind rund 37 Länder weltweit auf externe Unterstützung bei der Lebensmittelversorgung angewiesen. Daran habe sich gegenüber dem Stand von vor drei Monaten nichts geändert. Bürgerkriege stellten die direkte Ursache des Hungers in 16 dieser Länder dar, heisst es in dem Bericht.

Die kriegerischen Auseinandersetzungen störten die landwirtschaftlichen Aktivitäten und trieben oftmals auch die Nahrungsmittelpreise hoch. So habe sich 2017 die Inflationsrate beispielsweise in der Demokratischen Republik Kongo auf 42% jährlich mehr als verdoppelt. Gewalt sorge auch für Unterbrechungen der traditionellen Handelsroute rund um die Sahelzone und verursache Lebensmittelknappheit im Süden und Osten Libyens, schreibt die FAO. 

Hinsichtlich der Wetterbedingungen verursachten unregelmässige Regenfälle wachsende Ernährungsunsicherheit im Süden und im Osten Afrikas. Dort litten viele Haushalte unter der Dürre, die bereits die vierte aufeinanderfolgende Saison anhalte. Insgesamt habe sich die Getreideproduktion in Afrika 2017 erholt, vor allem durch ein starkes Wachstum in Südafrika, berichtet die FAO. Im Osten der Region habe es allerdings bei der Erzeugung ein Minus von 7,2% gegeben. Sorgen bereitete vor allem die anstehenden Ernten in Kenia, im Nordosten Tansanias und im Süden Somalias. 

Dagegen hätten sich die Wetterverhältnisse in Teilen Äthiopiens und Somalias etwas verbessert, allerdings nicht genug, um die Defizite der Bodentrockenheit vollständig aufzuheben. Die Grundnahrungsmittelpreise bleiben der Landwirtschaftsorganisation zufolge vor allem in Äthiopien und im Sudan hoch. Dort hätten sich die Einzelhandelspreise für Hirse und Weizen seit dem vergangenen Oktober in etwa verdoppelt. Im Süden Madagaskars sorgten widrige Niederschläge aller Voraussicht nach 2018 für eine niedrigere Ernte, die zusammen mit den historisch hohen Reispreisen den Druck auf die Ernährungssicherheit verstärken könnten.

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