7.09.2019 18:52
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Irak
Kühe mit Sprengstoffwesten
Im schrecklichen Krieg im Irak werden nun auch Kühe eingesetzt. Der Islamische Staat (IS) setzt die Vierbeiner als «Kämpfer» ein. Die Tiere werden mit Sprengstoffwesten ausgerüstet und in Orte geschickt.

Wie die «New York Times» berichtet, will die Terrormiliz mit dem Einsatz der Rinder den Verlust in den eigenen Reihen vermindern. Denn mit jedem Sprengstoffanschlag verliert der IS einen Kämpfer.

In der Stadt As Islah im Süden des Iraks haben Bewohner beobachtet, wie sich Kühe mit Sprengstoffwesten der Stadt näherten. Sobald die Tiere die ersten Häuser erreichten, explodierten die Bomben und zerfetzten die Rinder. Menschen sind bisher noch nicht zu Schaden gekommen.

Mit dem Einsatz der «Bomber»-Kühe will die Terrormiliz gemäss dem örtlichen Polizeichef Präsenz beweisen. Die Kämpfer wollen vermutlich signalisieren, dass sie sich nahe genug befinden, um Kühe in die Stadt zu schicken, ohne erwischt zu werden, sagte er gegenüber der «New York Times».

Mit der Aktion soll zudem die Bevölkerung eingeschüchtert werden. Gemäss dem Polizeichef schenken dem IS freundlich gesinnte Familien die Kühe. Ein Tier hat einen Wert von über 1100 Franken.

In der Provinz Dyala östlich von Bagdad näherten sich ebenfalls zwei Kühe mit Sprengstoffgürteln einem Militärposten. Soldaten schossen auf die Tiere und sprengten diese in die Luft. Dabei wurde gemäss verschiedenen Zeitungen eine Person getötet. Der Einsatz von Kühe zeige, dass es dem IS nicht mehr gelinge, Selbstmordattentäter zu rekrutieren, teilt die Nachrichtenseite Rudaw mit.

Tiere wurden bereits mehrmals als «Waffe» eingesetzt. In Afghanistan wurden von den Taliban mit Sprengstoff beladene Esel auf NATO-Einsatzkräfte losgeschickt. Und im irakischen Bürgerkrieg (2003 bis 2009) wurden unter Viehkadavern Bomben platziert. 

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