18.04.2019 11:10
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Spanien
Landflucht:König fordert Bekämpfung
Zur Bekämpfung der Landflucht in Spanien und zur Förderung des ländlichen Raums hat jetzt auch König Felipe VI aufgerufen. Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft müssten gemeinsam zur Entwicklung der ländlichen Räume beitragen, erklärte der Monarch auf dem 2. Nationalkongress der Junglandwirte in Spanien, der Anfang Monat stattfand.

Die Jugendlichen auf dem Land müssten dieselben Möglichkeiten haben wie ihre Altersgenossen in den Städten. Dazu müssten die Chancen, die sich im ländlichen Raum böten, vergrössert werden.

Ganz konkret benannte der König dabei die Landwirtschaft. Sie sei ein wichtiger Wirtschaftszweig in Spanien, stehe aber vor grossen Herausforderungen wie dem Klimawandel und der Digitalisierung. Um die Branche zu fördern und für junge Menschen attraktiver zu machen, müssten zum Beispiel die Ausbildung verbessert und Vermarktungsstrukturen etwa über Genossenschaften ausgebaut werden.

Der Bevölkerungsschwund im ländlichen Raum auf der iberischen Halbinsel entwickelt sich bereits seit längerem immer mehr zum Problem, wird aktuell im Vorfeld der Ende des Monats anstehenden Parlamentswahl in Spanien aber besonders laut diskutiert. So gab es Ende März in Madrid eine Demonstration, bei der laut Behördenangaben rund 50'000 Menschen vom Land Alarm schlugen und Massnahmen zur Stärkung des ländlichen Raums forderten.

Die Landflucht in Spanien wird durch Zahlen des Nationalen Statistikinstituts (Instituto Nacional de Estadistica - INE) belegt. Demnach hat sich die gesamte Einwohnerzahl Spaniens zwischen 2000 und 2016 zwar um 15% auf 46,6 Millionen erhöht. Die Zahl derjenigen, die in Gemeinden mit 100 bis 5'000 Einwohnern leben, verringerte sich aber zeitgleich um 6,6 % auf etwa 5,7 Millionen. Im Gegensatz dazu wuchs in Städten mit mehr als 100'000 Einwohnern die Bevölkerungszahl kräftig, und zwar um 13,6% auf 18,5 Millionen. In Städten mit 10'000 bis 100'000 Einwohnern lebten 2016 mit 18,4 Millionen Menschen sogar 27,3% mehr als im Jahr 2000.

Die Zahl der Dörfer und Gemeinden mit 100 bis 5'000 Einwohnern verringerte sich um 8,1% auf 5'554, während sich die Anzahl von Dörfern mit weniger als 100 Einwohnern aber um 39,2% auf 1'271 erhöhte. Besonders stark ausgeprägt ist die Landflucht im Landesinneren Spaniens, allen voran im Nordosten im Gebiet zwischen Madrid und Katalonien sowie im Westen an der portugiesischen Grenze.

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