27.05.2013 06:52
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Italien
Landwirte erfreut - Immobiliensteuer in Italien ausgesetzt
Im Kampf um die strittige Gemeindesteuer Imposta Municipale Unica (IMU) können Italiens Bauern vorläufig aufamten: Mitte Mai hat der Ministerrat beschlossen, die ursprünglich im Juni geplante Zahlung der Immobiliensteuer vorerst auszusetzen.

Medienberichten zufolge will die Regierung unter Ministerpräsident Enrico Letta bis Ende August eine Reform des Systems der IMU-Steuer über die Bühne bringen. Dabei sind unter anderem Steuerentlastungen bei den Immobiliensteuern für „Gebäude, die produktiven Tätigkeiten dienen“, vorgesehen. 

Wurde erst 2012 wieder eingeführt 

Gerade in diesem Bereich hatte die Landwirtschaft immer wieder vor zu hohen Belastungen gewarnt. Dementsprechend fielen jetzt die Reaktionen der Branchenverbände positiv aus. Die Immobiliensteuer hatte Lettas Vorgänger Mario Monti erst im vergangenen Jahr eingeführt, nachdem der Vorläufer ICI vom damaligen Ministerpräsident Silvio Berlusconi 2008 abgeschafft worden war.

Die neue Landwirtschaftsministerin Nunzia De Girolamo begrüsste die Entscheidung und bezeichnete sie als wichtigen Schritt für die Landwirte. Es sei kein Sieg der Regierung oder des Wahlkampfes, sondern ein Gewinn für die Landwirtschaft, die Unrecht erlitten habe. Damit bezog sich De Girolamo insbesondere auf die Besteuerung der landwirtschaftlich genutzten Flächen.

Positives Signal

Mit der neuen Entscheidung könnten rund 434 Mio. Fr. in den Händen der Bauern bleiben und wieder in die Branche investiert werden, betonte die Ministerin. Auf diese Höhe wurden die mit der Junitranche erwarteten Einnahmen aus der Landwirtschaft geschätzt.

Der Zusammenschluss Agrinsieme, der aus den Bauernverbänden Confagricoltura und Cia sowie den Genossenschaftsverbänden Agci-Agrital, Fedagri-Cooperative und Legacoop Agroalimentare besteht, nannte die Ratsentscheidung, „ein positives Signal an den produzierenden Bereich“. Gleichzeitig erinnerte er daran, dass das ursprüngliche Ziel die vollständige Abschaffung der IMU gewesen sei. Der Verband der Familienbetriebe Coldiretti wertet den römischen Ratsbeschluss unter anderem auch als Wertschätzung von Landwirtschaft und Agrarbranche, welche „eine zentrale Rolle bei der Bekämpfung der derzeitigen Wirtschaftskrise“ spielten.

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