20.06.2018 15:56
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Österreich
Landwirten fehlen Saisonarbeiter
Das zu geringe Angebot an Saisonarbeitskräften macht der österreichischen Landwirtschaft zunehmend zu schaffen.

Wie die Landwirtschaftskammer Niederösterreich am vergangene Woche berichtete, fehlen allein in diesem Bundesland den Gemüsebauern mehrere Hundert Fremdarbeitskäfte, so dass insbesondere bei den Spargelbaurn manche Ernte auf dem Feld bleibt. 

Nach Angaben von Kammerpräsident Hermann Schultes entstand schon zu Beginn dieser Saison grosser Druck, weil die Kontingente für ausländische Saisonarbeiter rasch ausgeschöpft waren. „Unsere Forderung, eine Aufstockung des Kontingentes für ausländische Saisonarbeiter in der Landwirtschaft vorzunehmen, wurde vom Arbeitsministerium abgelehnt“, kritisierte Schultes. 

Bundesarbeitsministerin Beate Hartinger-Klein habe - entgegen den Zusagen ihres Vorgängers für das Jahr 2018 - die unterjährige Aufstockung der
unzureichenden Kontingentplätze verweigert. Um die angespannte Situation zu mildern, wurde laut Kammer zusammen mit Arbeitsmarktservice Niederösterreich Ende Mai eine Job börse durchgeführt. Daran hätten 30 mögliche Dienstgeber und 350 Arbeitssuchende teilgenommen, doch aus dem Personenkreis der Arbeitslosen und der Asylberechtigten habe man keine Arbeitskräfte für den kurzfristigen saisonalen Einsatz in der Land- und Forstwirtschaft gewinnen können. 

Gründe dafür waren laut Schultes unter anderem die mangelnde Mobilität und die Familiensituation der meist in den Städten wohnenden Personen. Zudem habe eine attraktive Langzeit-Perspektive gefehlt. Das Projekt „Jobbörse“ habe auch gezeigt, dass Saisonarbeitsplätze nicht mit Arbeitssuchenden in Österreich besetzt werden könnten und eine Kontingentsaufstockung für ausländische Arbeitskräfte keine Auswirkungen auf den heimischen Arbeitsmarkt habe. „Nun ist es wichtig, die Kontingente für ausländische Saisonarbeitskräfte rasch anzuheben“, betonte der Kammerpräsident.

Zudem müssten weitere Beschränkungen abgebaut werden. So hätten die österreichischen Arbeitgeber höhere Bruttolohnkosten als deutsche Betriebe, während die Arbeitnehmer wegen zahlreicher Abgaben geringere Nettolöhne erhielten. Es sei beispielsweise unverständlich, dass für Arbeitsverträge von wenigen Wochen in Österreich Abgaben in die Pensionskasse gezahlt werden müssten, was in Deutschland nicht der Fall sei.

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