22.03.2018 13:55
Quelle: schweizerbauer.ch - sda/blu
Indien
Lebenslänglich für «Kuhbeschützer»
Wegen eines Lynchmords sind in Indien elf selbst ernannte Kuhbeschützer zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Die radikalen Hindus hatten im vergangenen Juni einen muslimischen Fleischhändler zu Tode geprügelt, weil sie ihn verdächtigten, Rindfleisch zu transportieren.

Das Urteil am Mittwoch im ostindischen Ramgarh sei landesweit das erste gegen Kuhbeschützer, erklärte der örtliche Polizeichef Rajesh Kumar am Donnerstag. Die Kuh gilt Hindus, die in Indien rund 80 Prozent der Bevölkerung ausmachen, als heilig. Das Schlachten von Kühen ist in den meisten Bundesstaaten des Landes verboten. 

Immer wieder greifen Mobs Menschen an, die sie verdächtigen, Kühe zum Schlachten zu führen oder ihr Fleisch zu essen. Die Opfer sind meistens Muslime oder Dalits - die früher «Unberührbare» genannten Angehörigen der untersten Schicht im Kastensystem. Solche Vorfälle kommen häufiger vor, seit die hindu-nationalistische Partei BJP im Jahr 2014 an die Regierung kam.

Vier von fünf Indern sind Anhänger des Hinduismus, einer Religion, in der Kühe als heilig gelten. In den meisten Bundesstaaten ist es deshalb verboten, Kühe zu schlachten oder ihr Fleisch zu besitzen. Knapp 14 Prozent der Inder sind Muslime, von denen traditionell viele als Schlachter arbeiten. 

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