6.03.2016 08:45
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Frankreich
Lidl unterstützt Milchviehhalter
Das Unternehmen Lidl France will künftig von jedem verkauften Liter Milch seiner Eigenmarke „Enviva“ 3 Cent in einen Fonds einzahlen, mit dem die heimischen Milchviehhalter unterstützt werden sollen.

Wie Nicolas Calo von der Pressestelle des Unternehmens mitteilte, soll die Aktion, die am Dienstag vergangener Woche begonnen hat, noch bis zum 1. September laufen. Preiserhöhungen für den Verbraucher schloss Lidl France aus; das in den Fonds eingezahlte Geld soll auf Kosten der eigenen Marge gehen. Er betonte zudem, dass man mit der Aktion ein Signal senden wolle. Wenn ein Unternehmen mit weniger als 5 % Marktanteil im Handel so etwas mache, könnten auch andere nachziehen. Zugleich verhehlte Calo nicht, dass auch neue Kunden angelockt werden sollten.

Der für den Einkauf bei Lidl France zuständige Geschäftsführer Michel Biero erklärte ergänzend, dass im Rahmen der Aktion etwa 3,8 Mio Euro zusammenkommen könnten. Lidl France hat laut eigenen Angaben jetzt Kontakt mit der französischen Junglandwirteorganisation (JA) aufgenommen, um zu überlegen, wie das Geld am besten beim Berufsstand ankommen kann. JA-Generalsekretär Florent Dornier beklagte indes, dass sein Verband in dieser Sache nicht schon zuvor kontaktiert worden sei. Es sei nicht möglich, dieses Geld umzuverteilen; „das ist nicht unsere Aufgabe als Verband“, so Dornier. Lidl France betreibt in ganz Frankreich rund 1 500 Märkte und beschäftigt mehr als 20 000 Mitarbeiter.

Derweil forderte der Agrarsprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Dr. Wilhelm Priesmeier, den deutschen Lebensmitteleinzelhandel und insbesondere Lidl Deutschland auf, sich stärker für die hiesigen Milchbauern einzusetzen und ein ähnliches Modell zu verfolgen. Nordrhein-Westfalens Landwirtschaftsminister Johannes Remmel warb unterdessen bei den Molkereien in seinem Bundesland für den Grünen-Vorschlag eines Marktentlastungsprogramms.

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