28.02.2019 09:50
Quelle: schweizerbauer.ch - aiz
Frankreich
Macron diskutiert mit Bauern
Der französische Präsident Emmanuel Macron besuchte die Agrarmesse "Salon de l'Agriculture" in Paris. Während der Eröffnung machte er sich für die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) stark und warb um Sympathie im Sektor.

Insgesamt mehr als 12 Stunden hielt sich Macron auf der grössten französischen Agrarmesse auf und ging auf die Fragen zahlreicher Landwirte ein. Diese beklagten vor allem zu niedrige Preise für ihre Erzeugnisse, von denen man nicht mehr leben könne.

Landwirte sollen gemeinsam vermarkten


Der Präsident wies auf ein französisches Gesetz hin, mit dessen Hilfe der Anteil der Landwirtschaft an den Gewinnmargen verbessert werden soll. Die Landwirte sollten mehr Optimismus an den Tag legen, riet Macron und empfahl ihnen eine gemeinsame Vermarktung, um ihre Gewinnmargen zu verbessern.

Ein weiteres Dauerthema auf der Messe war Glyphosat. Frankreich will es in drei Jahren verbieten. Der Französische Bauernverband (FNSEA) fordert Ausnahmen für Flächen, auf denen eine mechanische Unkrautbekämpfung kaum möglich ist. Macron möchte dagegen die Liste der Ausnahmen vom Verbot möglichst kurzhalten und schwärmte auf der Messe von einem "glyphosatfreien Weinanbau" in Frankreich. Landwirte müssten allerdings für ihre Umweltleistungen auch entlohnt werden, stellte der Präsident klar und forderte einen ausreichenden EU-Agrarhaushalt für die kommenden Jahre.

"Hervorragende Agrarmacht"

Der Agrarsektor werde in China und in den USA unter strategischen Gesichtspunkten behandelt. Auch die EU sollte sich die Souveränität bei der Ernährung und die Erhaltung von qualitativ hochwertigen Produkten etwas kosten lassen. Deshalb sollten sich die EU-Mitgliedstaaten in den Verhandlungen um den mehrjährigen EU-Haushalt geschlossen hinter die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) stellen.

Macron habe eine Vision, die der seinen weitgehend entspreche, lobte EU-Agrarkommissar Phil Hogan, der die Messe in Paris ebenfalls besuchte. Er begrüsse die Unterstützung von Frankreich für ein ausreichendes EU-Agrarbudget. Frankreich sei die hervorragende Agrarmacht in der EU und Hogan werde sich für die Arbeit der französischen Landwirte und ihre hochwertigen Produkte einsetzen, wo immer es ging. Der EU-Agrarkommissar wurde am Rande der Messe vom französischen Landwirtschaftsminister Didier Guillaume mit dem Verdienstorden "Ordre du Mérite Agricole" ausgezeichnet. 

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE