28.01.2019 07:38
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Frankreich
Macron rückt vom Glyphosatausstieg ab
Der französische Staatspräsident Emmanuel Macron ist erstmals von seinem angepeilten Glyphosatausstieg abgerückt. Er glaube nicht, dass innerhalb von drei Jahren ein hundertprozentiger Verzicht auf den Herbizidwirkstoff erreicht werden könne, erklärte Macron vergangene Woche bei einer Bürgerdebatte in Bourg-de-Péage.

Forderungen nach einem unverzüglichen Verbot des umstrittenen Totalherbizids erteilte das Staatsoberhaupt eine deutliche Absage. Das sei nicht machbar und würde die Landwirtschaft zerstören. Stattdessen werde Landwirten, die aufgeschlossen gegenüber Alternativen seien, Unterstützung gewährt, so Macron.

Man habe in dieser Problematik bereits viele Leute zum Umdenken gebracht. Zweifel an der Ungefährlichkeit von Glyphosat sieht der Staatschef indes durch die kürzlich gerichtlich widerrufene Zulassung von „Roundup Pro 360“ bestätigt, auch wenn es keine Hinweise auf unmittelbare, gravierende gesundheitliche Schäden gebe.

Wenn negative Einschätzungen überwögen, sollte man die Anwendung einstellen, sagte Macron. Es gelte, möglichst viele nicht-chemische Alternativen zur Verfügung zu stellen.

In früheren Äusserungen hatte der Präsident Parallelen zur Bewertung der Gefahren durch Asbest gezogen. Im vergangenen Jahr war von Macron mehrfach bekräftigt worden, dass er an den Plänen zum Ausstieg innerhalb von drei Jahren festhalten wolle. Noch im Oktober hatte er betont, ihm lägen Einschätzungen vor, nach denen die dafür notwendige Technologie innerhalb von zwei Jahren bereitstehen könnte.

Zweifel an den Absichten der französischen Regierung waren indes bereits aufgekommen, als der Glyphosatausstieg im vergangenen Herbst nicht im Gesetz zur Stärkung der Erzeuger verankert wurde. 

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