17.05.2019 11:00
Quelle: schweizerbauer.ch - aiz
Europäischer Milchmarkt
Magermilchpulver top - Butter flop
Der EU-Aussenhandel mit Milchprodukten war im 1. Quartal 2019 von gegenläufigen Tendenzen gekennzeichnet: Auf der einen Seite konnten die Exporte von Magermilchpulver stark erhöht werden. Gleichzeitig war jedoch bei den Ausfuhren von Butter und Vollmilchpulver ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen.

Die EU-Exporte von Magermilchpulver konnten von Januar bis März 2019 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 35% auf 261'900 t angehoben werden.

EU bei Magermilchpulver konkurrenzfähig 

Die grössten Abnehmer waren Indonesien, das seine Bezüge um 170% auf mehr als 30'000 t fast verdreifachte, weiters China mit 28'400 t (+140%) und Algerien mit 28'100 t (-36%). Ein deutliches Plus wurde auch bei den Lieferungen nach Ägypten, Malaysia, Saudi-Arabien und Singapur verzeichnet. Dies geht aus soeben veröffentlichten Daten der Milchmarkt-Beobachtungsstelle der EU-Kommission hervor.

Die EU bietet Magermilchpulver derzeit am Weltmarkt günstiger an als grosse Mitbewerber. So lag nach Angaben der EU-Kommission die durchschnittliche Notierung am 12. Mai 2019 in der Union bei 2'185 USD/t (2'205 Fr.), während dieses Produkt von den USA im Mittel um 2'346 USD/t (2'368 Fr.) und von Ozeanien um 2'563 USD/t (2'587 Fr.) angeboten wurde.

Käse: Schweiz drittgrösster Abnehmer

Im Käsebereich konnten die EU-Ausfuhren im 1. Quartal 2019 um 2% auf knapp 209'000 t erhöht werden. Die USA waren mit gut 30'000 t (+6%) der wichtigste Kunde. Besonders deutlich konnten die Lieferungen nach Japan gesteigert werden, sie legten um 27% auf 27'400 t zu. Drittgrösster Abnehmer war die Schweiz mit 15'100 t, was einem Plus von 1% entspricht.

Ausfuhren von Vollmilchpulver spürbar geschrumpft

Im Gegensatz zur positiven Tendenz bei Magermilchpulver waren die Exporte von Vollmilchpulver von Januar bis März 2019 stark rückläufig, in Summe sanken sie um 26% auf 70'200 t. Der Oman blieb mit Bezügen von 11'900 t der grösste Abnehmer, nahm aber um 31% weniger Ware ab als im Vorjahreszeitraum. Dem gegenüber konnten die Ausfuhren nach Kuwait um 21% auf knapp 5'200 t angehoben werden, während die Lieferungen nach China um 24% auf 4'000 t sanken.

Wichtige Zielmärkte waren auch der Libanon und Angola. Aktuell bietet die EU Vollmilchpulver mit durchschnittlich 3'276 USD/t (3'306 Fr.) etwas günstiger am Weltmarkt an als Ozeanien mit 3'288 USD/t (3'318 Fr.), während die Notierung in den USA mit 3'616 USD/t (3'650 Fr.) klar über diesem Preisniveau liegt.

Butterlieferungen rückläufig - USA kauften mehr Ware

Die EU-Butterexporte verringerten sich im Berichtszeitraum um 15% auf 32'400 t. Der grösste Anteil dieser Drittland-Lieferungen ging mit 7'100 t in die USA, die um 21% mehr Butter abnahmen. Vergleichsweise gering fielen die Ausfuhren nach China aus, sie wurden um 14% auf 2'100 t erhöht. Die Exporte nach Saudi-Arabien schrumpften um die Hälfte (-48%) auf knapp 2'000 t, während die Lieferungen in die Vereinigten Arabischen Emirate (1'400 t) immerhin stabilisiert werden konnten. Ebenfalls rund 1'400 t machten die Exporte in den Libanon (+16%) und nach Singapur (-34%) aus.

Auch bei Butter sind die EU-Anbieter derzeit am Weltmarkt mit durchschnittlichen Notierungen von 4'664 USD/t (4'707 Fr.) gegenüber den USA (5'076 USD/t - 5'123 Fr.) und Ozeanien (5'750 USD/t - 5'803 Fr.) konkurrenzfähig. 

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