1.02.2018 06:02
Quelle: schweizerbauer.ch - lid/aiz.info/blu
EU
Mehr Fleischimport: Verbände erbost
Die EU-Bauern- und Genossenschaftsverbände Copa und Cogeca wehren sich gegen eine Erhöhung der Rindfleischimporte, welche die EU im Rahmen der Freihandelsgespräche mit den Mercosur-Staaten in Aussicht gestellt hat.

Über 75 Prozent der Rindfleischimporte der EU – 246'000 Tonnen – kämen bereits aus den Mercosur-Staaten Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay. Deshalb sei es nicht akzeptabel, dass die EU bereit sei, den südamerikanischen Ländern mehr noch entgegenzukommen, um Zugeständnisse in anderen Sektoren zu erreichen, kritisieren die beiden Organisationen Copa und Cogeca in einer Mitteilung.

Die Bauern- und Genossenschaftsverbände der EU fordern ein faires und ausgewogenes Handelsabkommen, das sicherstellt, dass der EU-Markt nicht überversorgt werde. Ansonsten würden Stellen in den ländlichen Gebieten der EU verloren gehen. Der Handel mit den Mercosur-Staaten müsse sich auf Zucker, Geflügel, Ethanol, Reis und Orangensaft beschränken, fordern die beiden Organisationen. Heute würden bereits grosse Mengen an Lebensmitteln aus Südamerika importiert – ohne Möglichkeit für Gegengeschäfte.

Die EU hat den Südamerikanern nun ein neues Angebot für die Einfuhr von sensiblen Agrarerzeugnissen unterbreitet, wie aiz.info berichtet. Während die EU den Mercosur-Ländern bisher eine Einfuhrquote für 70'000 t Rindfleisch, zur Hälfte frisch, zur Hälfte gefroren, angeboten hatte, soll die EU-Kommission ihr Angebot auf 99'000 t Rindfleisch erhöht haben. Die Südamerikaner müssen nun prüfen, ob sie damit einverstanden sind. 

Kritik kommt aud Irland, diese erachten das Angebot als zu hoch. Die Südamerikaner hatten bisher die Öffnung des EU-Marktes für 100'000 t Rindfleisch erwartet. Die EU machte auf ihre Schwierigkeiten mit dem Agrarsektor aufmerksam und sig nalisierte, dass sie kaum noch weiter gehen könne. 

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