1.10.2020 08:44
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Uno
Merkel will Artenschutz-Trendwende
Angesichts der stark bedrohten Artenvielfalt hat Bundeskanzlerin Angela Merkel eine «globale Trendwende» beim Schutz der Natur verlangt.

«Wir müssen Schutzgebiete ausweiten, wir müssen Ökosysteme renaturieren. Wir müssen insgesamt Land und Meer nachhaltiger nutzen und naturverträglicher wirtschaften», forderte Merkel am Mittwoch in einer Video-Botschaft bei einem hochrangig besetzten UN-Gipfel zum Thema Biodiversität.

Verpflichtung gegenüber der Natur

Mehr als 100 Staats- und Regierungschefs sollten UN-Angaben zufolge bei der digitalen Konferenz sprechen. So bekräftigten etwa Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, Chinas Staatschef Xi Jinping und UN-Kommissionschefin Ursula von der Leyen ihre Verpflichtung gegenüber der Natur. Die USA waren nicht vertreten. Kritiker mahnten, die Politiker müssten an ihren Taten gemessen werden.

UN-Generalsekretär António Guterres wählte deutliche Worte, um die ernste Situation zu beschreiben: Die Menschheit müsse aufhören, «einen Krieg gegen die Natur zu führen», sagte er. Von der internationalen Gemeinschaft forderte Guterres mehr Einsatz. «Viel grösserer Ehrgeiz ist erforderlich - nicht nur von Regierungen, sondern von allen Mitgliedern der Gesellschaft.» Es müsse ein neuer Weg eingeschlagen und die Beziehung zur Natur verändert werden.

Kein Ziel erreicht

Ein UN-Bericht hatte vor kurzem dargelegt, dass keines der 20 Ziele, die vor zehn Jahren für 2020 gesetzt wurden, erreicht worden sei. «Wir haben grösstenteils versagt», bilanzierte Guterres. Im chinesischen Kunming ist für das kommende Jahr eine grosse UN-Biodiversitätskonferenz geplant, bei der neue Ziele gesetzt werden sollen. «Kunming muss aus der Biodiversität eine allgegenwärtige Sorge und ein politisches Thema machen», sagte der Präsident der UN-Vollversammlung, Volkan Bozkir.

Merkel hob in ihrer Rede hervor, dass «alle Staaten» ihre Schutzmassnahmen verstärken müssten. Dass Deutschland sich zuletzt neuen Biodiversitätszielen verschrieben habe, liege ihr «persönlich sehr am Herzen». Die Kanzlerin betonte: «Daher sorgen wir auch für eine solide Finanzierung unserer Schutzmassnahmen. Bereits seit mehreren Jahren stellen wir für den globalen Schutz der biologischen Vielfalt jährlich 500 Millionen Euro zur Verfügung.»

Stärker für Vielfalt einsetzen

Staats- und Regierungschefs aus mehr als 60 Ländern - darunter Deutschland - hatten mit einer gemeinsamen Erklärung ihre Absicht unterstrichen, sich stärker für den Erhalt der weltweiten biologischen Vielfalt einzusetzen. Unter anderem solle unregulierte Fischerei und Wilderei gestoppt werden und bis 2050 kein Plastikmüll mehr in die Meere gelangen. Zahlreiche grosse Staaten wie beispielsweise Brasilien, Indien, die USA und China hatten sich allerdings nicht an der Aktion beteiligt.

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