18.04.2016 12:38
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
EU
Milch: Geld bei Mengen-Begrenzung?
Die Landwirte in der Europäischen Union können nicht auf weitere grössere Entlastungsmassnahmen durch Brüssel setzen. Beim EU-Agrarrat von vergangener Woche in Luxemburg zeigte sich Agrarkommissar Phil Hogan aber bereit, weitere Zuschüsse für die sich in der Krise befindlichen Landwirte zu genehmigen.

So könne er sich ein Zuschussmodell vorstellen, dass einen Betrieb mit zusätzlich maximal 15'000 Euro (16'400 Fr.) im Jahr schnell und ohne Höchstgrenzen für die Länder unter die Arme greife. Dies müsse jedoch mit der Verpflichtung der Landwirte verbunden sein, ihre Produktion „einzufrieren“, also sie nicht weiter zu erhöhen.

Hogan wies in seinem Bericht über die jüngsten Marktentwicklungen darauf hin, dass sich die Milchproduktion im Januar 2016 gegenüber dem Vorjahresmonat um 5,6% erhöht habe. Der grösste Anstieg sei in den Niederlanden, Deutschland und Irland verzeichnet worden. Angesichts des global wachsenden Angebots dürften die Milchpreise in der EU und auf dem Weltmarkt nach Einschätzung des Agrarkommissars weiter unter Abwärtsdruck bleiben.

Keine Entscheidung gab es zu den von einigen EU-Ländern geforderten Beihilfen für die Private Lagerhaltung (PLH) von Schweinefleisch. Dieses Thema sowie eine grundsätzliche Bewertung der Märzmassnahmen stehen auf der Tagesordnung des nächsten Agrarrats im Juni, der ebenfalls in Luxemburg stattfindet.

Insbesondere Frankreich und Litauen bekräftigten Forderungen nach einer Aufstockung der Gemeinschaftsmassnahmen zur Marktstützung. Der niederländische Agrarstaatssekretär und amtierende Vorsitzende des EU-Agrarrats, Martijn van Dam, räumte zum Abschluss der Tagung ein, dass die Marktlage für Milch, Schweinefleisch sowie Obst und Gemüse nach wie vor besorgniserregend sei.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE