28.10.2013 08:59
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Indien
Milch: Rekordproduktion des weltweit grössten Produzenten
Der weltweit grösste Erzeuger von Milch, Indien, wird 2014 voraussichtlich einen neuen Produktionsrekord erzielen. Laut Prognose des US-Landwirtschaftsministeriums könnte die Produktion von Kuh- und Büffelmilch auf dem Subkontinent im kommenden Jahr erstmals etwas oberhalb der Marke von 140 Mio. t liegen und damit gut 6 Mio. t oder 4,5 % höher als 2013 ausfallen.

Voraussetzung dafür sei allerdings eine normal verlaufende Monsunsaison, schränkten die Analysten der US-Botschaft in Neu Dehli ein. Nach ihren Angaben haben in den vergangenen Jahren steigende Einkommen und das Wachsen der Mittelschicht den Bedarf an Milchprodukten in Indien spürbar steigen lassen.

Milchplan soll heimischen Bedarf decken

Die Produktion zog mit Unterstützung privater Investoren und staatlicher Hilfen beziehungsweise Förderprogrammen nach. Im Jahr 1990 belief sich die Produktion noch auf 54 Mio. t. Gut 20 Jahre später waren es bereits 127 Mio. t und heute wird in Indien fast ein Fünftel der weltweit erzeugten Milch gemolken. Der mit rund 300 Mio. Euro (369 Mio. Fr.) ausgestattete nationale Milchplan setzt das Ziel, bis 2017 den voraussichtlichen Bedarf von 150 Mio. t durch die heimische Produktion abzudecken.

Dafür wird den Milchproduzenten von professionellen Dienstleistern bei der Optimierung oder Erweiterung ihrer Betriebe geholfen, zum Beispiel beim Bestands- oder Fütterungsmanagement. Über die verstärkte Anwendung der künstlichen Besamung lässt sich zudem die Herdengenetik verbessern und die Milchleistung je Kuh steigern.

Viel Milch bleibt auf den Höfen

Nahezu die gesamte in Indien produzierte Milch und die daraus hergestellten Molkereiprodukte werden auf dem Inlandsmarkt abgesetzt. Bis Ende 2012 war sogar der Export von Molkereiprodukten wie Milchkonzentraten, Vollmilchpulver, Säuglingsnahrung oder Kaffeeweißern gänzlich verboten. Die Einfuhr ist durch ein Tarifquotensystem geregelt und spielt mengenmässig kaum eine Rolle. Lediglich etwa 60 % der im Land produzierten Milch wird Schätzungen zufolge an die Weiterverarbeiter geliefert. Der Rest wird direkt auf den Höfen konsumiert oder von diesen verkauft.

Das US-Ministerium kalkuliert deshalb für 2014 damit, dass die Molkereianlieferungen „nur“ um 3,3 Mio. t auf 83,4 Mio. t steigen, da 57,2 Mio t Kuh- und Büffelmilch auf den Höfen verbleiben werden. Die Herstellung von Trockenmilcherzeugnissen soll in Indien 2014 gegenüber dem laufenden Jahr um gut 4 % auf 489 000 t zunehmen.

Tiefere Lagerbestände

Weil die entsprechenden Lagerbestände stark geschrumpft sind, dürften davon nur 60'000 t in den Export gehen. In diesem Jahr werden voraussichtlich noch 90'000 t ausgeführt. Zielländer für diese Art von Produkten sind laut US-Bericht Bangladesch, Ägypten, Algerien und auch das benachbarte Pakistan.

Steigen soll 2014 in Indien auch die Herstellung von Butter und dem daraus gewonnenem Schmalz, und zwar um 3 % auf fast 4,9 Mio. t. Das wäre mehr als das Doppelte der prognostizierten EU-Erzeugung von rund 2,3 Mio t.

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