31.05.2015 06:50
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Neuseeland
Milchpreis von Fonterra sinkt auf Mehrjahrestief
Der neuseeländische Molkereikonzern Fonterra wird seinen Milchlieferanten im noch bis Ende Mai laufenden Wirtschaftsjahr 2014/15 den niedrigsten Auszahlungspreis seit acht Jahren zahlen.

Wie das Unternehmen am Donnerstag vergangener Woche mitteilte, können die Erzeuger für die laufende Saison nur noch mit einem Basispreis von 4,40 NZ$ (2,91 Euro) pro Kilogramm Milchfeststoff rechnen. Im Juni des vergangenen Jahres war den Milchbauern für 2014/15 noch eine Vergütung von 7,00 NZ$ (4,63 Euro) in Aussicht gestellt worden, die im Laufe der Saison wegen fallender Notierungen für Molkereiprodukte stetig nach unten korrigiert werden musste.

Im Vergleich zum Rekordmilchpreis des Wirtschaftsjahres 2013/14 in Höhe von 8,40 NZ$ (5,56 Euro) je Kilogramm Milchfeststoff müssen die Erzeuger in der zu Ende gehenden Saison mit einer nahezu Halbierung ihres Milchgeldes zurechtkommen. Erstmals veröffentlichte Fonterra auch die gesetzlich vorgeschriebene Milchpreisprognose für 2015/16. Demnach soll den Erzeugern ein Basispreis von 5,25 NZ $ (3,48 Euro) für die Feststoffeinheit gezahlt werden, das wären 19 % mehr als 2014/15. Zum aktuellen niedrigen Milchpreisniveau stellte Fonterra-Vorsitzender John  Wilson fest, dass aufgrund des starken Anstiegs der globalen Milcherzeugung die Produktmärkte überversorgt seien, was einen scharfen Preisverfall bewirkt habe. Er gehe jedoch davon aus, dass sich mittelfristig Angebot und Nachfrage am Weltmarkt wieder anglichen und sich die Preise erholen könnten. Deshalb liege die Schätzung für den Auszahlungspreis 2015/16 auch über dem Niveau des Vorjahres.

Wilson machte jedoch deutlich, dass eine Prognose zu diesem frühen Saisonzeitpunkt schwierig sei und niemand wisse, wann sich der Markt tatsächlich wieder ins Positive drehe und es zu einem nachhaltigen Preisanstieg komme. Der Milchexperte des neuseeländischen Bauernverbandes, Andrew  Hoggard, befürchtet, dass sich die niedrigen Auszahlungspreise der Saison 2014/15 noch länger fortsetzen könnten. Die geringen Erlöse führten bei den Farmern bereits jetzt zu Liquiditätsengpässen, warnte Hoggard.

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